Dahon IOS P8

CycoRacer schrieb:
... Kette CN-HG 93 im Stich gelassen. ... Längung etwa 2 Kettenglieder (bei ~110). ...
Heftig! Das wären etwa 1,8% und ist schon weit über den gemeinhin empfohlenen 0,8% (1mm auf 10 Glieder). Ich fahr ja die gleiche Kette, hab aber schon lange nicht mehr gemessen. Bei 1500km hatte sie <40% ihrer max. Längung, also etwa 4000km erwartbar bis 0,8%.

Eine Zeit lang flog meine auch öfter runter. Mit dem für mich passend gemachten Tern Chainguard war damit Schluss. Der passt bei Dir u.U. ohne Bastelei. Ich hatte das Abspringen eher der "unmöglichen" Kombination 9-gang (11-34)/Neos-Schaltwerk zugeschrieben als der Kette alleine. Das Neos-Schaltwerk hält die Kette nicht so stramm wie Deins (das kenn ich zufällig ;-) ). Doofe Frage: hast Du das Hebelchen am Schaltwerk in Fahrstellung?

Gruß,
Ch.Bacca
 
"Kann es sein, dass diese im Regen einen stärkeren Abrieb haben?"
Die Abrieb-Partikel vom Bremsen gehen mit dem Wasser in Suspension, die eine Schleifpaste bildet und noch gut an der Felge haftet. Es ist im Vergleich zu trockenen Bedingungen zu erwarten, daß bei Nässe ein größerer Abrieb entsteht.
Ähnlich verhält es sich bei der Kette: Nässe verdünnt das Schmiermittel. Der "innere" Abrieb (Material von der Kette !) , der zunächst mit dem Schmiermittel eine Suspension gebildet hatte, bildet auch mit der Emulsion aus Wasser und Schmiermittel eine Suspension mit weiter eingeschränkter Schmierfähigkeit. Bei Dreckwasser oder Schlamm kommen noch "aüßere" (aus der Umgebung der Fahrstrecke) mineralische Partikel hinzu. Nach meiner Erfahrung hilft nur regelmäßige Säuberung der Kette von den "inneren" Partikeln mit anschließender Neuschmierung, um die Standzeit einer Kette zu verbessern. Eine Kettenschaltungs-Kette kann darüber hinaus durch Versiegelung mit Hartwachs (Automobil-Bereich) einen Schutz gegen Dreckwasser, Schlamm und Partikel von außen erhalten. Wachs an der Kette ist keine Schmierung, vermindert aber den Abrieb. Die Schmierung einer Kette ist für einen guten Wirkungsgrad notwendig.
Möglich ist auch ein Chainglider Open bei nur einem Kettenblatt *). Der arbeitet bei günstigen Bedingungen auch als Fixier-Hilfe gegen Abspringen der Kette vom Kettenblatt.
Bei Deinen vielen Kilometern kann ich mir gut vorstellen, daß das Kettenblatt so ausgenudelt ist, daß die Teilung einer neuen Kette mit der Teilung des Kettenblatts nicht mehr harmoniert. Problematisch ist bei einer Kette, daß sich die Längung sich auf die Innenglieder der Kette beschränkt, so daß sich eine Abfolge Gelängt-Ungelängt-Gelängt....... ergibt. Daraus folgt bei zu großen Abweichungen keine stabile Lage der Kette auf einem Ritzel. Das gilt ähnlich auch bei einer neuen Kette auf einem alten Kettenblatt.
Die Beurteilung des Zustandes eines Kettenblatts vom Augenschein her ist sehr schwierig (Ich trau mir das gar nicht zu !). Evtl. kannst Du versuchen, dass Kettenblatt umzudrehen, wenn das vom Anbau her geht ?
Bevor das Kettenblatt eh in die Tonne wandert (wandern muß !), kann man das mal versuchen.
Bei meinen 4 Rädern mußte ich trotz ca. 50 000 [km] insgesamt in den letzten 12 Jahren noch nie eine Kette, ein Ritzel (Ritzel-Paket) oder ein Kettenblatt wechseln.
Der Verschleiß am Kettentrieb folgt der Steigerung (Von viel nach wenig) 1) Kette 2) Ritzel 3) Kettenblatt. Wer die Kette länger fährt, verlängert auch das Leben von Ritzel (Ritzel-Paket) und Kettenblatt.
*) Chainglider Open gibt es nur für KBs mit 38 und 42 Zähnen. Wie man aus einem geschlossenen Chainglider (gibt es bis 48 Zähne) einen "offenen " (besser geöffneten) macht, werde ich dann demonstrieren, wenn die Foren-Software wieder richtig funktioniert. Vorab mal ein Bild:


MfG EmilEmil
 
Ch.Bacca:
Danke für die Hinweise. Es stimmt, im Vergleich zum Neos ist da schon ordentlich Zug auf der Kette. Habe mir den Tern Chainguard jetzt auch mal bestellt. Ein Hebelchen am Schalltwerk habe ich bisher nicht entdeckt. Wo sitzt das denn genau?

EmilEmil:
Das Kettenblatt sieht schon mitgenommen aus und ich habe mir schon Ersatz bestellt. Eigentlich für den nächsten Kettenwechsel. Ich denke ich werde das Blatt zunächst mal versuchsweise umdrehen.

Gruß
Reimund
 
CycoRacer schrieb:
Ch.Bacca: ... Ein Hebelchen am Schalltwerk habe ich bisher nicht entdeckt. Wo sitzt das denn genau? ...
An meinem neuen Schaltwerk :-/ Meine Frage war wirklich doof!

Zum Wachs als (fast) alleiniges Schmiermittel hab ich eine andere Meinung als EmilEmil. Ein Kollege kam kürzlich unabhängig von mir auf eine ähnliche Idee (angeregt durch ein Internetvideo). Er hat jetzt eine Mischung aus Paraffin, etwas PTFE-Pulver und Isopropanol (zum Einlegen). Andere legen die Kette in reines, geschmolzenes Paraffin und durchtränken sie damit. Allen gemeinsam ist, dass sie die Kette vorher komplett reinigen. Die Prozedur wird alle 200 bis 300 km empfohlen. Das wäre nix für mich! Ab und an die Kette abwischen und etwas von der Lösung (Waschbenzin, Kerzenwachs und ganz wenig Korrosionsschutzfett) auftropfen muss reichen. Wenn die Kette (zu) trocken wird, fängt sie an zu zwitschern. Ich habe den Eindruck, dass die Intervalle von mal zu mal größer werden (hab das allerdings nie protokolliert).
 
Das Kettenblatt ist nun gewendet.

Was die Kette betrifft bin ich ein Pflegemuffel. Mit einer Laufleistung von 3000 km kann ich gut leben. Allerdings fang ich mich an zu wundern, wenn ich anstatt meines Standardwertes von 3000 km plötzlich 7000 km und direkt danach nur etwa 2000 km bis zur Verschleißgrenze benötige. Meine Wochenleistung liegt jetzt im Winter zwischen 400 - 450 km. Solche Prozeduren sind daher nicht anwendbar für mich. Wenn die Laufgeräusche zunehmen (zwitschern), wird ca. 1 mal pro Woche Kettenfett gesprüht (das günstige von Action). Eine Kette ist in 2 min getauscht. Jede Stunde Kettenpflege kosten mich 20 km, die ich nicht fahren kann. (Nein, ich bin gar nicht süchtig).

Dank Strava hab ich einen ganz guten Überblick, was die Faltradfreaks in der Welt so treiben. Und ich hab festgestellt, dass ich nicht alleine bin. Besonders beeindruckend finde ich die Faltrad Community in Dubai, die vor traumhafter Kulisse in der hunderte Kilometer abradeln.

Es lohnt ein kostenloser Probeaccount, um sich einen Überblick zu verschaffen. Ja, es gibt auch 80 jährige Teinehmer in Sibirien, die hier begeistert mit wenigen einstelligen Wochenkilometern mitmachen.

Gruß
Reimund
 
Auch, wenn Du das nicht glauben willst: Wachs ist ein gutes Mittel zur Versiegelung, aber kein Schmiermittel. Ein Schmiermittel für eine Kette sollte die Eigenschaft haben, nach zu fließen und einen neuen Schmierfilm zu bilden. wenn der Schmierfilm mal zerstört wurde. Eine Kette kann aus guten Gründen (Bauraum, Gewicht, Kosten u.a....), nur im Gebiet der Mischreibung betrieben werden (Nebenbei das Gebiet der geringsten Reibung, wenn man sich mal die Stribeck-Kurve anschaut). Eine Schmierung mit Drucköl kann die Reibflächen trennen und führt zu geringstem Verschleiß (Nur die Anlauf- und Ablauf-Reibung führt zu Abrieb !). Wenn Mischreibung und Drucköl-Reibung ineinander übergehen, kennzeichnet das den geringsten Reibungsverlust. Die Drucköl-Reibung ist bzgl. der Verluste nicht besser als die Mischreibung, hat aber weniger Abrieb (Verschleiß). Der Teil der Drucköl-Kurve links vom "Übergangspunkt" mit geringeren Reibwerten kann nach meiner Einschätzung nicht so ohne Weiteres ausgenutzt werden. Bei einer Fahrrad-Kette, bei der eine Drucköl-Schmierung nicht in Frage kommt, ist das sowieso eine hypothetische Frage.
Wachs braucht eine Temperatur von ca. 42 [Grd C], um flüssig zu werden. Diese ganze Kocherei von Wachs und Einlegen der Kette in das angekochte Zeugs (Internet Video) machen nur Radler, die ein schlichtes Gemüt haben so wie Fred Feuerstein.
Vor ca. 15 Jahren bis vor 10 Jahren habe ich meine Kette mit Motoröl geschmiert (Rezept von Sheldon Brown !). Da wurde die Kette 2 Tage in das Ölbad eingelegt. Das dauert viel zu lange ! Vor allem das Nachschmieren ist nicht toll. Das Motoröl ist stark viskos (sehr zäh) und zieht den Dreck (Äußere Partikel) an wie die Exkremente die Fliegen. Das war damals aber nicht schlimm, da ich Zeit-gleich mit der Sheldon-Methode meine Räder mit Chainglidern ausgerüstet hatte.
Natürlich kann man Wachs mit einer geeigneten Verdünnung (Waschbenzin ?) in den flüssigen Zustand bringen. Das hält nur nicht lange, weil das Verdünnungsmittel ausgast. Auch ein gutes Schmiermittel (Hoher Brugger-Wert > 100 [N/mm²] !) auf Öl-Basis hält nur eine begrenzte Fahrstrecke (Es "verbraucht" sich !). Eine Kette, die trocken läuft, hat einen schlechten Wirkungsgrad. Versuche (vgl. Maschinenelemente "Niemann-Winter") zeigen, daß eine trockene Kette nach 80 [h] Betriebs-Zeit unbrauchbar ist, der Wirkungsgrad des Kettentriebs sinkt dabei unter 90% (Also, so wie bei einer Nabenschaltung eines japanischen Herstellers bei Einkaufs-Radler Belastung!). Ein Internet-Video kann ganz gute Anregungen liefern, das eigene kritische Bewußtsein (sofern man eines hat !) sollte man nie ausschalten oder an der Garderobe abgeben.
Meine Ketten werden zwischen den Säuberungen (Alle 2000 [km] , ein willkürliches Intervall, um den Aufwand in Grenzen zu halten !) im Prinzip 2-mal zwischen geschmiert. Wobei die Zwischenschmierung nach Bedarf erfolgt, da ich selber kein Gen zum Buchhalterthum besitze. Die extreme Abhängigkeit des Ketten-Verschleißes von den Randbedingungen ist bekannt und erschwert allgemein-gültige Schlußfolgerungen aus den Erfahrungsberichten Einzelner, eine Objektivierung kann nicht stattfinden.
Hin und wieder versuchen Radzeitschriften durch gezielte Versuchsreihen die Radlerwelt auf zu klären : Die Versuchreihen dauern, wenn sie dem Thema angemessen sind, relativ lange und können daher durch simple Änderung des Namens des Produktes (z.B. einer Kette) unterlaufen werden, wenn der Hersteller erkennt, daß sein Produkt im Versuch negativ aufgefallen ist. Dazu kommt die totale Interesselosigkeit der Radler an solchen Themen. Z. B. fahren 90 % aller Radler entweder mit zu geringem Reifendruck oder einer ungepflegten Kette, meistens mit Beidem.

MfG EmilEmil
 
EmilEmil schrieb:
Auch, wenn Du das nicht glauben willst ...
Korrekt!

Da vertraue ich dann doch lieber auf die Tests, bei denen die Wachsschmiermittel im oberen Drittel landen:
EmilEmil schrieb:
... Interassante Hinweise gibt es in: https://fahrradzukunft.de/13/kettenschmiermittel-test/ https://www.bike-magazin.de/zubehoer/pflege_schmiermittel/test-2016-schmiermittel-fuer-die-mountainbike-kette/a30425.html MfG EmilEmil
Da kannst Du noch so viele Worte zur theoretischen Untauglichkeit von Wachs als Schmiermittel finden, die Tests und meine eigenen Erfahrungen widersprechen dem. Und der von Dir getriebene Aufwand zur Maximierung der Kettenlebensdauer ist für den gemeinen Pflegemuffel nix.
 
Der von mir getriebene Aufwand hält sich in überschaubaren Grenzen. Bei einer Jahresleistung von 4000 [km] und einem Säuberungs-Intervall von 2000 [km] muß ich, wenn ich die Fahrt auf 1 Rad beschränken würde, 2 mal im Jahr säubern. Die Zwischenschmierung nach Säuberung findet bei angebauter Kette nach 750 [km] und 1400 [km] mit der Tropfflasche statt. Das kostet ca. 3 Minuten Zeit. Die Ketten-Säuberung dauert 1 [h].
Und es geht nicht nur um den Verschleiß (Stichwort: Längung der Kette), sondern auch um die Sicherstellung eines hohen Ketten-Wirkungsgrades. Das Geräuschniveau der Kette wird durch eine ordentliche Schmierung ebenfalls günstig beeinflußt. Bei einer Kettenschaltung erlebt man auch noch ein geschmeidiges Schaltverhalten.
Jedenfalls stehen Kochorgien oder Mischorgien von irgendwelchen Wachsmitteln bei mir nicht auf der Tages-Ordnung. Dabei habe ich gar nichts gegen Wachs: Ich benutze es zur Versiegelung meiner "offen" laufenden Ketten.
Und wenn @CycoRacer lieber die Kette bis Ultimo fährt und dann gleich wechselt, geht das auch. Ich lege ihm aber trotzdem die Versiegelung mit Wachs (Hartwachs aus dem Auto-Bereich) ans Herz: Jede neue Kette ist mit einem mindestens ordentlichen Schmiermittel ausgestattet. Eine Versiegelung mit Wachs reduziert die Anhaftung von Partikeln und Schmutzwasser deutlich. Die Kosten (Das Hartwachs kostet ca. 5,00 €/0,5 [L] sind überschaubar und die Menge reicht, sparsam mit einem Pinsel aufgetragen für etliche Male (20-30 ?) Ketten-Versiegelung). Die Zeit, um einmal die Kette zu versiegeln, liegt bei ca. 3 Minuten. Die Standzeit einer offenen Kette wird bei einer zusätzlichen Versiegelung deutlich gesteigert. Ein weiterer "Mehrwert" ist die davon abhängige längere Standzeit von Ritzelpaket und Kettenblatt.
Ich als bekennender Pflegemuffel halte mir zu Gute, daß ich bei allen meinen Maßnahmen darauf achte, daß Aufwand und Ertrag in einem positiven Verhältnis stehen.
Bei meinem 28 " Einkaufs-Trekker muß ich wahrscheinlich demnächst vorzeitig die Kette wechseln, weil der Rahmen nur einen Verschiebe-Schlitz von 25 [mm] hat. Im Moment ist die Kettenlängung von 100 Gliedern 4,2 [mm] (Die genaue Zahl der Glieder der Kette müßte ich abzählen, aber 100 ist schon nahe dran).
Dabei ist eine Entwurfs-Rechnung dafür ziemlich einfach: 10.0 [mm] Achsdurchmesser + 12,5 [mm] Verschiebung im Schlitz ~ Kettenlängung um ca. 2 Glieder + 10,0 [mm] Platz für Nase der Reaktionsscheibe + 6.5 Platz für 1/2 Kettenglied (Synchronisation der Kettenstreben-Länge mit der Kette), insgesamt 39.0 [mm]. Tatsächlich sind diese 39 [mm] an dem 24" Falter auch vorhanden, an dem 28" Trekker leider nicht. Da bin ich mit der Reaktionsscheiben-Nase schon ziemlich am Ende des hinteren Schlitzbereichs. Notfalls wird ein Drehen der Reaktionsscheibe um 180 [Grd] das Problem lösen. Die Nase käme dann ganz nach vorn. Statisch nicht das Optimale. Schauen wir mal. Als Konstrukteur stehen mir bei so Etwas die Haare zu Berge.

MfG EmilEmil
 
Das hatte ich auch noch nicht. In nur einem Monat hab ich die hinteren Bremsschuhe komplett runtergefahren und zwar bis aufs Metall. Heute hab ich sie erneuert. Lag wahrscheinlich an meinen rasanten Haldenfahrten.

Bei der Gelegenheit hab ich auch direkt den Tern Chainguard angebaut. Da habe ich etwas Schwierigkeiten mit der Einstellung. Entweder schleift etwas im höchsten oder im niedrigsten Gang. Habe mich für ein leichtes Schleifen im ersten Gang entschieden. Bin nach Anleitung vorgegangen (Einstellung im ersten Gang). Vielleicht liegt es an meinen Zahnrädern, vorne hab ich 10 Zähne mehr als im Original (52) und hinten im ersten Gang 4 Zähne mehr (36).

Gruß
Reimund


20.02.2021 (74400 km)
------------- Bremsschuhe hinten erneuert (Kool Stop Mountain Pads)
------------- Tern Chainguard angebaut
 
Kann eigentlich nicht der Grund sein.
Guck dir mal den Renner hier an: https://www.faltradxxs.de/tern-verge-x11-als-leichtes-pendlerrad.html

52 Zähne vorn und 45 hinten. Und ebenfalls die Kettenführung mit dem geschlossenen Teil.

Es sei denn es gibt unterschiedliche Ausführungen von dem Ding. Wäre mir aber neu.
 
Ich fahr den mit vorne 56 und hinten 11 bis 34 Zähnen und hab keine Probleme (außer, dass er im Originalzustand nicht zu meinem Rad passte). Beim Paratrooper hab ich es so gemacht wie Du: wenn es rasselt, dann im niedrigsten Gang (mit einer anderen Kettenführung, aber egal). Das hat sich schnell eingeschliffen und nun ist Ruhe.
 
Vielleicht versuch ich nochmal eine Feinjustage. Aktuell ist das Wetter zu gut. Das kribbelt zu sehr in den Beinen. Die Einstellung ist etwas fummelig. An die Schrauben vom Schlitten komm ich nur im seitlich verdrehten Zustand ran. Durch das große Kettenblatt sitzt der Chainguard relativ weit oben und drückt das Schutzblech schon in Richtung Reifen. Big Apple würde ich jetzt nicht mehr drauf bekommen. Bin gestern mal um die 60 km etwas rasanter unterwegs gewesen. Fünfmal eine Stelle passiert, bei der Kette oft das Kettenblatt verläßt. Langgezogene Kurve bergab und wieder bergauf. Im Tal bin ich so bei 45 km/h. Wenn wieder rauf geht und ich runter schalte, springt schon mal die Kette ab. Diesmal ist nix passiert.

Gruß
Reimund
 
CycoRacer schrieb:
... Wenn wieder rauf geht und ich runter schalte, springt schon mal die Kette ab. Diesmal ist nix passiert. Gruß Reimund ...
Das ist doch schon mal das Wichtigste! ;-)

Interessant, dass bei Dir beim Runterschalten die Kette gezickt hat, bei mir war es beim Raufschalten. Mein Schaltwerk schaltet invers, Deins nicht. Also jeweils beim aktiven Zug gab es Probleme. Vielleicht zu kräftig/schnell. In die andere Richtung muss die Feder des Schaltwerks die Arbeit machen.

Anfangs hatte ich meine Zweifel, ob es jetzt endlich ohne Kettenhüpfer läuft. Mit dem neuen Chainguard ist mir die Kette bislang nicht abgesprungen.
 
Habe mich heute nach langer Zeit mal wieder so richtig auf die Mappe gelegt. Habe dabei mal wieder was ganz neues ausprobiert:
Zum Kilometerzwischenjubiläum habe ich mir vorne eine neue Bremse gegönnt, da die Bremsleistung meiner vorderen Bremse trotz hohem Kraftaufwand gegen 0 ging, der Bremszug festgegammelt war und die Federn auch schon ziemlich ausgeleiert waren. Heute morgen habe ich alles erneuert. Kurz bevor ich auf meiner Ausfahrt am Abend auf dem Bodem aufschlug, viel mir das dann auch "schlagartig" wieder ein. Ich hatte nur versucht leicht abzubremsen, so wie gestern noch.
Die Bremse funktioniert wieder prima. Leider ist mein Brooks Sattel vom Salto nun komplett verzogen. Mir ist nix passiert. Handschuhe und Helm haben ein paar Kratzer mehr.

Gruß
Reimund


27.02.2021 (75000 km)
------------- V-Brake vorne erneuert (Shimano BR-T 4000)
------------- Bremsschuhe vorne erneuert (Kool Stop Mountain Pads)
------------- Bremszug erneuert (Shimano)
 
Glückwunsch zu den 75 000 [km] !
Es ist sicher eine gute Übung nach dem Fummeln an einer Bremse die Funktion zu überprüfen (Probefahrt !). Ich sage aber nicht, daß ich das nicht auch vergessen könnte.
Gut, daß die erste Probefahrt nicht mit größeren Schäden (materiell und körperlich) zu Ende gegangen ist.
Man kann aber auch mal versäumen, ein erneuertes Bremskabel fest zu klemmen. Stichwort: "Schraube locker". Wenn dann die zweite Bremse ordentlich funktioniert, passiert gar nichts außer einem leichten Schreck im ersten Moment.
Mir rutschte mal bei der Einfahrt in einen Kreisel der Tonnen-förmige Nippel aus der Aufnahme am Bremshebel (Vorderbremse), die hintere Bremse brachte mich sicher zum Stillstand: Der LKW, dem ich Vorfahrt gewähren mußte , hatte sich zu früh gefreut : Ich sah schon ein weißes Leuchten in seinen Scheinwerfern, endlich mal einen Radler plattmachen !
Eine scharfe Bremse ist mit Sicherheit besser als gar keine.
Ich hoffe, daß ich noch zu "100 000 [km]" gratulieren kann !

MfG EmilEmil
 
Ist einer der Gründe, warum ich bei meinen Rädern versuche die Bremsleistung ähnlich hoch zu halten – auch wenn es andere Systeme sind. Und daher bei denen mit V- Brake ordentlich nachgerüstet habe, damit die hinter dem scheibengebremsten Tern Verge nicht zurück stehen.

Ein Bekannter hat sich gleich mit seinem ersten scheibengebremsten Crossrad bei einer Notbremsung auf einem Feldweg (Trekker von Rechts) so lang gelegt, dass es mehrere Monate gedauert hat, bis er wieder fit war. (Der war noch die Cantilever Bremsen gewohnt die früher dort verbaut wurden)
Das war mir eine Warnung. Beim Timor Faltrad habe ich (damals 2007) daher lieber zur HS 33 gegriffen – da wäre auch schon eine Scheibenbremse möglich gewesen.
Zum Glück ist es ja gut gegangen…

Der Umstieg von Rücktritt auf Felgenbremse/Scheibenbremse und umgekehrt ist auch so ein Risikofaktor. Man gewöhnt sich halt an sein System.

Dem Reimund wünsche ich jedenfalls weiterhin gute Fahrt. Zeigt er uns doch auch, was so ein Rad alles aushält :)
 
Hier nochmal ein kleines Lebenszeichen von mir. Die Kette war mal wieder rundergefahren und ich habe sie erneuert. Die Laufleistung war 3500km.

Gruß
Reimund

28.03.2021 (77100 km)
------------- Kette erneuert (Shimano CN-HG93)
 
Heute musste ich zweimal meine Schaltung nachstellen und das kam mir sehr bekannt vor. Beim letzten Mal ist mir kurz danach der Schaltzug gerissen. Also hab ich heute abend im Schalthebelgehäuse nachgesehen. 80% des Zuges waren schon durchtrennt. Das waren nur 8300 km mit diesen Zug. Davor der hat ca. 18000 km gehalten. Naja, bin im Moment verstärkt auf der Halde unterwegs und mache den Mountainbikern Konkurrenz (im Dauerschaltbetrieb).

Ich frage mal in die Runde: Gibt es alternative 9 fach Schalthebel zu ST-EF65-9R, bei denen der Zug beim Schalten auf eine größere Umlaufbahn mit größerem Innendurchmesser geschickt wird?

Jetzt ist erst mal wieder ein neuer Zug verbaut.

Gruß
Reimund

30.03.2021 (77300 km)
------------- Schaltzug erneuert (Shimano)
 
Moin Raimund
Ich hab letztes Jahr meinen kompletten Schaltzug (für die Kettenschaltung) ausgetauscht.
Von der Funktion her wäre das nach meiner damaligen Auffassung noch nicht nötig gewesen (der hatte so 12.000 Km weg und ich schalte eigentlich viel - der funktionierte aber noch)
Der Grund war eigentlich, dass ich damals nach dem Radkauf bei der „Neuverkabelung“ die Außenhülle etwa 3 cm zu kurz abgeschnitten habe, so dass beim Falten zu viel Zug drauf kam.
Hab dann die Zweitbesten von Jagwire genommen. Das hat sich gelohnt – das Schaltverhalten ist (zumindest in meiner Einbildung) richtig „knackig“ geworden. Ob das damals im Neuzustand der alten Außenhülle auch so war weiß ich natürlich nicht mehr.

Dein Rad macht ja einiges mit. Vielleicht ist bei dir der Schaltzug dadurch auch schwergängig geworden. Und hat einfach am Hebel nun mehr auszuhalten. Dann hilft eventuell schon ein Wechsel von Hülle und Zug. Bzw. dann wird ein neuer Hebel da auch nix ausrichten. Vielleicht hatte der jetzige Schaltzug auch einfach da oben eine Vorschädigung. Ich hab wegen „Dellen“ auch schon neue Züge gleich wieder weg geschmissen .
Zum Hebel selbst kann ich nix sagen, weil ich überall SRAM Hebel habe.

Gruß

Udo
 
Jeder Nippel (Egal, ob Birnen- , Tonnen- oder Zylinder-Form) an einem Seilzug ist im Prinzip eine Sollbruchstelle. Denn die am häufigsten anzutreffende Bauweise ist die, daß das Seil in einer Form positioniert wird und der Nippel als Gußteil angeformt wird. Das Nippel-Material ähnelt einem Weichlot (Die genaue Spezifikation ist mir nicht bekannt !) und wird bei ca. 300 [Grd] flüssig. Natürlich fließt das flüssige "Lot" immer ein Stück weit (mehr oder weniger ?) zwischen die verdrillten Teile des Seils und versteift immer einen kleinen Teil des Seils außerhalb des eigentlichen Nippels. Für die Aufgabe des Seils (Übertragen von Zugkräften) ist das belanglos, aber der Übergang von Seil zu Nippel sollte aus geometrischen Gründen keine Biegesteifigkeit besitzen. Die Tonnen-Nippel und die Birnen-Nippel können sich tangential einstellen (wenigstens theoretisch), wenn die Betätigung einen anderen Winkel als den Einbau-Winkel verlangt. Der Nippel muß sich dafür in der Einhängung verdrehen können. Man muß nun kein Prophet sein, zu erkennen, daß sich ein Nippel unter dem Einfluß von Seilkräften, die Reibungskräfte in der Einhängung produzieren, nur sehr widerwillig verdrehen mögen. Eine kleine Verbiegung am Übergang wird immer stattfinden (müssen !). Selbst die Zylinder-Nippel müssen sich verbiegen, wenn sie aus Gründen des Einhängens etwas schräg geführt werden, auch, wenn für die Schaltung-Betätigung eigentlich nur ein Bedarf an tangentialer Führung besteht.
Das der große Unterschied zwischen Nippel-Querschnitt und Seil-Querschnitt bei Biegung zu Kerbspannungen führt, will ich nicht verschweigen. An dieser Stelle von einer Sollbruchstelle zu sprechen, wird durch die Praxis immer wieder bestätigt.
Könnte man die Verhältnisse verbessern ? Ja schon:
Exakt bearbeitete Einhängungen im Hebel mit einer bearbeiteten Gleitbuche und des Nippels sowie
entsprechende Schmierung könnten Abhilfe schaffen (Herstellerseitig !). Ist dann Alles eine Frage der Kosten. Soforthilfe kann die Kontrolle (Beseitigung!) von Ungenauigkeiten der vorgesehenen Gleitflächen von Einhängung und Nippel schaffen. Diese Fläche mit Schmierung (Wälzlager-Fett !) zu versehen ist auch dem Laien möglich.
Just meine 5 Zent mal aus dem Ärmel geschüttelt.

MfG EmilEmil
 
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