Grundsätzlich: Ich find es großartig, daß Du versuchst, bei der Beurteilung der Problematik die Physik durch die Formulierung von gerechneten Größen einfließen zu lassen.
Es geht nicht allein um die Überwindung der Zähigkeit des Schmiermittel-Drehmomentes. Unrund laufende Lager haben in diesem Fall (Pedale !) eine schlechte Geometrie (zu große Fertigungs-Toleranzen, ungleichmäßige Toleranzen über den Umfang entsprechend den Betriebsbedingungen oder Einbaufehler (z. B. eine überflüssige Klemmung durch falsche (gar keine, zu große ?) Spieleinstellung).
Zu viel Spiel erzeugt Stoß-artige Beanspruchungen, weil sich die Relativ-Abstände zwischen Oberflächen schlagartig verändern (Stichwort: Lastvielfache (Beispiel Zementsack (seit einiger Zeit 40 [kg], früher 50 [kg]) der in den Auto-Kofferraum über die Ladekante gewuchtet oder sanft herunter gelassen wird).
Starke Klemmung ohne Spiel erzeugt mehr Abrieb, weil die Pressung der Oberflächen größer ist als nötig.
Für Abrieb benötigt man 2 Oberflächen mit Relativbewegung, die aufeinander gepresst werden. Das ist bei Wellenlagerungen (Klassischer Fall: Festlager-Loslager) immer gegeben. Bei einstellbaren Lagern (Vielfach in der Fahrrad-Technik eingesetzt) ist die axiale Kraft auf die beiden Lager aufgeteilt: "Halbes Festlager-Halbes Loslager" (Zwar gleiche "Richtung", aber mit unterschiedlichem Richtungs-Sinn, beim Fahrrad ist der typische Fall dafür die Lagerung des Gabelschaftes im Lenkkopf-Rohr). Eine Prüfung des Leichtlaufs einer Lenkkopf-Lagerung erfolgt durch Anheben und Kippen des Rades nach Links oder Rechts (Nach einer Schräglage von plus/minus 5 [Grd] sollte das Vorderrad durch den Schwerkraft-Einfluß zur Seite "Kippen").
Wenn ich einen solchen "Schräglagentest" angepaßt auf ein Pedal übertrage, komme ich auf einen Wert von
0,0224 [Nm] für das Drehmoment, bei dem das Schwerkraft-Moment das Lagermoment der Pedal-Lagerung überwindet (Die Pedalkäfige haben ein Gewicht von 60 [g] incl. Abstands-Langmuttern, bei einem Hebelarm von 59 [mm] , der um den Faktor "cos 50 [Grd]" verkürzt wird (bei 50 [Grd] Pedalstellung zur Horizontalen hält das Pedal nicht mehr durch das Reibmoment).
Eine daraus abgeleitete Verlust-Leistung wäre P = Drehmoment x Umdrehungs-Geschwindigkeit (2 steht für beide Pedale) = :
2 x 0,0224 [Nm] x 90 x 1/Min = 2 x 0,0224 x 90 x 2Pi x1/60 [1/s] = 0,422 [W]
Ein Pedal mit Haken hat natürlich einen Schwerpunkt, der nicht auf der Pedal-Achse liegt, und deshalb immer ein Moment um die Drehachse aufweist. Es ist deshalb sehr einfach, eine Aussage über ein Moment bzgl. des Reib-Momentes und der zugehörigen Leistung zu machen.
Dazu ist anzumerken, daß diese Leistung nur dann zu überwinden ist, wenn das Pedal "allein" ohne Belastung gedreht wird. Der Unterschied von Ruhe-Reibung und Gleitreibung ist dabei nicht berücksichtigt.
Bei der Berechnung von Ch.Bacca scheint mir an einer Stelle (Umrechnung von Umdrehungen/Minute in Bogenmaß/Sekunde) der Faktor "2" (1 Umdrehung = 360 [Grd] = "2" x Pi x 1.0) zu fehlen.
Mir geht es aber nicht ausschließlich um einen geringen Reibungs-Verlust durch die Pedal-Lagerung, sondern wichtig ist mir eine lange Funktions-Dauer. Da ich weiß, daß ein Pedal über 20 000 [km] halten kann, fordere ich das auch für alle gegenwärtigen und zukünftigen Pedale. Ein Pedal mit guter Lagerung, das man warten und einstellen kann, und das wenig Abrieb hat, ist in der Herstellung nicht besonders schwer und ist ausgesprochen nachhaltig.
Diese Nachhaltigkeit wird immer wichtiger, da der Prozeß des Findens und Kaufens eines solchen Pedals schon heute einen viel zu großen Zeit-Aufwand bedeutet, den kaum noch ein Mitglied unserer Gesellschaft stemmen kann (Zumal ein normaler Mensch ja evtl. noch im Berufsleben steht und viele andere Verpflichtungen hat...). Leider haben einige (viele ?) der Mtb-ler den Radler Kosmos insoweit verdorben, als es üblich ist, daß diese ca. alle Jahre neue Pedale für großes Geld kaufen und die Teuro-Schiene so richtig etablieren. Für mich gehören Pedale mit Gleitlagern alle in die Tonne !
Ein Hinweis noch: Bei der Pedal-Lagerung könnte für die Verlust-Leistung die Belastung (dazu noch pulsierend !) eine Rolle spielen, ich habe darüber aber noch nicht nach gedacht und wahrscheinlich keine Zeit, es in nächster Zeit zu tun. Da könnte sich ein Anderer mal "vor" drängeln. Meinen Segen bekommt dieser mit Sicherheit.
MfG EmilEmil