Tern Link D9 (ehemals D8), HVV-Version

Gestern:
Erst fuhr mir in Köln eine Straßenbahn vor der Nase weg, die ich mit dem Falter an der nächsten Haltestelle tatsächlich eingeholt habe, nur um dann festzustellen, dass es eine Sonderfahrt ohne Fahrgäste war. :? Den Sprint hätte ich mir sparen können.

Auf die Kälte vom Zielbahnhof bis nach hause war ich eingestellt. Darauf aber nicht:
Schnee.jpg
So hab ich mir für die letzten zehn Kilometer ausnahmsweise ein Taxi gegönnt.
 
Vielleicht jetzt doch auf 9-gang umbauen? Ein Tern Link "D9" sozusagen. :mrgreen:

Aktuell habe ich eine 8-gang Kassette 11-32 und ein Kettenblatt 52. Entfaltung 2,57 bis 7,47 m. Das ist ganz brauchbar, aber manchmal ist mir der höchste Gang etwas zu kurz.

Schon länger überlege ich, den Bock auf 9-gang 11-34 mit Kettenblatt 56 umzubauen. Das gibt dann 2,60 m bis 8,04 m. Der erste Gang bleibt dann ungefähr da wo er ist und der höchste ist etwas länger.

Es war etwas mühsam, alle nötigen Maßnahmen und Komponenten zu identifizieren.

Damit das nicht zu einfach ist, möchte ich bei dem Neos-Schaltwerk bleiben. Einfach kann ja jeder. Einen Händler, der einen mir gefallenden Kurbelsatz hat, habe ich inzwischen gefunden und nun juckt es in mir, das anzugehen. Einen Kettenschutzring 56 hab ich noch nicht gefunden. Notfalls geht's auch ohne, mit der neuen Tern Kettenführung oder einem Eigenbau...

Ich denke, ich fange erst mal mit dem Kurbelsatz an und teste das. Das ist ein guter Einstieg und mit dem versauten ersten Gang (2,77 m) komme ich wohl zunächst klar.

Details und Ergebnisse später hier.
 
Mein Birdy hat ein 56er Kettenblatt - dafür hab ich vor 2 Jahren auch noch einen neuen Schutzring (als Birdy Spezialteil) hier im lokalen Fachhandel bekommen.

Pedalkraft hat die auch noch http://www.pedalkraft.de/kettenblatt.htm
(weiter unten auf der Seite)
 
Kettenschutzring kann man auch durch Abdrehen eines (alten ?) Kettenblattes herstellen. Die Altdeutsche Methode (Abfeilen) geht auch.
Aber wer hat schon ein abgenutztes Kettenblatt in den Zähne-Regionen über 54 Z übrig.
Da empfiehlt sich dann eine Kurbel für mindestens 2-fach. Am besten mit dem Kompakt-Lochkreis 110 [mm].
Am 110-er gehen dann als kleinstes 33 Zähne. Eigentlich bin ich schon bei der 3-fach Kurbel:
Außen LK 110 = Schutzring; in der Mitte LK 110 = das "große" KB. Wer aber eine 2-fach Übersetzung benötigt, sollte dann schon auf 3-fach gehen. Bei 3-fach Kurbelgarnitur LK 110 hat dann der kleine Lochkreis 74 [mm], da geht als kleinstes KB 24 Zähne. Das braucht man bei kleinen Rädern i.A. nicht. Aber eine erweiterte Nabenschaltung (Berggänge unter 2 [m] Entfaltung) könnte schon mal 50/30 Kettenblätter erfordern.
2,77 [m] Minimum(m)-Entfaltung ist schon Rennrad-mäßig.
Jeder soll die Entfaltung ans Rad bauen, die seinem Leistungsvermögen und seinen Ambitionen bezgl. Steigung und Geschwindigkeit entspricht.

MfG EmilEmil
 
Die Birdy-Scheibe gefällt mir und ist bezahlbar. Da gibt's keinen Grund mehr, die selbst zu machen. Noch günstiger wäre ein einteiliges Kettenblatt mit Schutzscheibe aus China. Aber das will ich nicht.

Die 2,77 m wären nur temporär mit neuem Kettenblatt aber noch der alten Kassette. Eins nach dem anderen.

2,60 m reichen mir für die Steigungen hier mit Gepäck. Sollte ich irgendwann regulär kürzere Gänge brauchen, bau ich mir ein Doppio- oder Schlumpf-Getriebe dran. Mein großes Rad hat seit Jahrzehnten 2,71 m bis 7,7 m (Sachs Super 7). Geht auch. Das war ursprünglich noch deutlich länger, aber mir untenrum zu lang.
 
Kettenblatt56.jpg
Zweiter Umbau: Kettenblatt von 52 auf 56 geändert
(Erster Umbau war der Wechsel der 8-gang-Kassette 12-32 auf 11-32)

Kurbelsatz alt:
52Z fest, 170 mm Kurbellänge, Breite 171 mm (auf 119-mm-Tretlager), Kurbel links 212 g, rechts 584 g mit Kettenschutzscheibe, Kettenlinie 45,5 mm

Kurbelsatz neu:
56Z auf 130mm Fünfarm, 170 mm, Breite 171 mm, Kurbel links 202 g, rechts 474 g ohne Kettenschutzscheibe, Kettenlinie mit Kettenblatt außen 52 und innen 45 mm. Passt also perfekt und ich spare sogar etwas Gewicht. Glück gehabt.

Kettenlänge:
ohne Änderung passt sie gerade so. 32Z lässt sich noch schalten, Kettenspanner waagerecht. 34 dürfte so nicht mehr gehen. Ein Doppelglied hinzugefügt. Mit zwei Doppelgliedern mehr ist die Kette zu lang für das kleinste Ritzel bzw. die Kapazität des Schaltwerks reicht nicht mehr.

Entfaltung (m):
2,77; 3,16; 3,69; 4,21; 4,92; 5,90; 6,81; 8,04

Fahrverhalten:
Geht, Kette springt im höchsten Gang ohne Kettenschutzscheibe (noch?) nicht ab. Erster Gang gerade noch OK.

Ob ich mir die Birdy-Kettenschutzscheibe besorge, weiß ich noch nicht. Falls sich keine Probleme zeigen, lass ich es vielleicht.
 
Ch.Bacca schrieb:
Zweiter Umbau: Kettenblatt von 52 auf 56 geändert
Entfaltung (m):
2,77; 3,16; 3,69; 4,21; 4,92; 5,90; 6,81; 8,04
Das sieht doch perfekt aus.

Du hast dich sicherlich schon gefragt, wie du den Umbau mal auf Herz und Nieren prüfen kannst. Ich hätte da einen nahezu perfekten Testparkour für dich. Auf nur 400km wird in konzentrierter Form alles geboten, was das Testerherz höher schlagen und den Entfaltungskünstler zu zusätzlichen Höhenmetern verleitet. Dieses spezielle Brevet hat Start und Ziel in Kevelaer und findet am 21. April statt. Wendepunkt ist im schönen Namur in Belgien. In der Eifel-Durchfahrt könnten wir mal beim Wiegetritt einen Direktvergleich anstellen. So ein Faltrad muss ja auch mal ausgefahren werden. :mrgreen:

Ein wichtiger Vorteil dieser Veranstaltung ist, dass hier durchgefahren wird, somit fallen keinerlei Übernachtungskosten an. Richtige Schlaumeier reisen direkt schon mit dem Fahrrad an und sparen noch die Aufwärmphase beim Start und die Spritkosten ein.

https://de.wikipedia.org/wiki/Zitadelle_von_Namur#/media/File:Namur_JPG07.jpg

https://www.audax-randonneure.de/startorte/niederrhein

Es dürfte noch einige freie Startplätze geben.

Gruß
Reimund
 
Hu! Zuviel Ehr, dass Du mir das zutraust!

Noch nicht.
Momentan spinne ich tatsächlich den Gedanken, die knapp 500 km, die ich meist mit dem Zug und ganz selten mit dem eigenen KFZ fahr, auch mal mit dem Rad zurückzulegen. Aber bestimmt nicht am Stück und auch nicht mit Konkurrenz. Und ob ich 50, 100, 250 oder sonstwie viele Kilometer tatsächlich schaffe, mag ich vorher auch nicht festlegen. Ich hoffe, dass ich bald mal am Stück etwas Zeit dafür finde und das Wetter halbwegs passt...

Nachtrag:
Hab's mir jetzt mal angesehen. "Konkurrenz" ist irgendwie das falsche Wort.
 
Ohne Kettenschutz würde ich dann über dieses Teil nachdenken: https://buy.ternbicycles.com/collections/parts-components/products/mainstay-chain-guide

Funktioniert an meinem Verge Tour (Dual Drive - also 9 Gang Kette mit Nabenschaltung) ohne jedes Problem und lässt sich vielseitig justieren. Ist also zum Nachrüsten gut geeignet.
 
@Motte:
Danke für den Hinweis, kann ich gut für mein Jetstream brauchen. Ich habe das Ding bis jetzt nur im Amazonas entdeckt; knapp 20€ plus 3€ Versand sind aber auch kein Schnapper.

Edit:
Hab ihn gerade bei Radel Max in Pankow für 13,95 entdeckt. Dann warte ich halt noch bis Anfang Mai.

Gruß vom spargelix
 
Die Kette neigt doch zum Abspringen. :(

Den Chain Guide von Tern kann ich leider nicht gebrauchen, weil der meiner Werkzeugtasche im Weg wäre. Der Birdy-Ring ist bestellt. Bis der da ist, hab ich mir mit einem Provisorium beholfen.

Um den Platz für das 34er Ritzel zu schaffen, hab ich schon mal die Spezial-Schaltrolle mit 8 Zähnen in das Schaltwerk gesetzt. Hab mir noch eine neue aus einer kugelgelagerten Tacx Typ T4000 gebaut. Es liegen vier Sorten Adapter bei, um die Röllchen für verschiedene Schaltwerkkäfige verwenden zu können. Die eigentlich empfohlenen Scheiben Typ A waren zu dünn für das Neos-Schaltwerk. Die 8-fach Kette hat fürchterlich gerasselt. Jetzt sind die breiteren "B" drin und die Kette läuft sauber. Mit der schmaleren 9-fach Kette können vielleicht wieder "A" rein. Die Rollen laufen ohne seitliches Spiel. Hier und da wird postuliert, dass das zu unsauberem Schaltverhalten führt. Das kann ich nicht bestätigen.
 

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Kettenschutzring
Die Birdy-Kettenschutzscheibe an den neuen 56er Kurbelsatz anzupassen, war aufwändiger als gedacht. Ich habe nur eine der zwei identischen Scheiben verwendet. Erst mal mussten die hässlichen Befestigungslaschen durch passende Bohrungen ersetzt werden. Die Laschen passten sowieso nicht zu meinem Kettenblatt. Dann war die Schutzscheibe noch etwas zu groß und zu scharfkantig. Die Kette neigte im höchsten Gang dazu, daran hochzuklettern. Durchmesser minus 6 mm und Kanten anfasen war noch nötig. Nu läuft's sauber und ist sogar noch etwas leichter als vorher. ;)
Nachtrag:
Der Ring ist aus Polystyrol. :shock: So ziemlich das billigste Material und für diesen Zweck nur eingeschränkt geeignet. Für 28,- pro Paar und erst Recht für ein hochpreisiges Rad eigentlich eine Frechheit.
 

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Läuft!
:mrgreen:
Details zum Umbau folgen bei Gelegenheit hier und im Neos-Thread:
http://faltradforum.de/zubehoer-f32/die-neos-schaltwerke-an-tern-dahon-t4979.html
 

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NEOS 1.0 am Limit (oder darüber) am Tern Link D8 – äh – D9
Mit einer kleinen Modifikation (oberes Schaltröllchen mit 8 Zähnen) ist es mir gelungen, dem Schaltwerk eine Kapazität von 23 Zähnen mit maximaler Ritzelgröße 34 zu entlocken. Gegen eine 9-Gang-Kassette spricht sowieso nichts, außer vielleicht, dass es kaum geeignete Drehgriffschalter für 9-Gang 2:1 gibt. Das Neos schaltet invers, so dass die Anzeige am Drehgriff falsch ist. Egal, erstens kann ich die Ganganzeige sowieso nicht sehen und ich pinsel mir an den Griff selbst eine neue Skala. Der Drehgriffschalter ist 18,5 mm länger als der alte. Den rechten Lenkergriff musste ich dafür kürzen.

Warum mache ich das?
Weil's geht! Eigentlich wollte ich nur wissen, OB es geht. ;-)

Kettenblatt 52 => 56
Kettenschutzring Birdy 56z modifiziert
Kette CN-HG93 110 Glieder
Kassette 11-32 (8-gang) => 11-34 (9-gang)
Drehgriffschalter SRAM Centera 9-fach, 2:1
Oberes Schaltwerkröllchen ist ein Eigenbau mit 8 statt 9 Zähnen

Entfaltung (m):
Originalzustand:
2,55; 2,92; 3,40; 3,89; 4,54; 5,10; 5,83; 6,80 (267% mit 12-32 8-gang)
Dann:
2,55; 2,92; 3,40; 3,89; 4,54; 5,44; 6,28; 7,42 (291% mit 11-32 8-gang)
Jetzt:
2,59; 2,93; 3,38; 3,82; 4,40; 5,17; 5,86; 6,76; 7,99 (309% mit 11-34 9-gang)
Die ersten 8 Gänge sind jetzt dem Originalzustand des Rads sehr ähnlich und der neunte erweitert das Ganze nach oben.

Fazit: Der Umbau auf 9 Gänge mit dem Neos 1.0 funktioniert gut, wenn man ein paar „Kleinigkeiten“ berücksichtigt. Mit der (über-)ausgelutschten Kapazität von 23 Zähnen wird die Kettenlänge kritisch. Der Spielraum geht fast gegen Null. Ein Neos 2.0 oder 3.0 kann das aber auch nicht besser. Die Geometrien sind alle gleich. Tückisch war interessanterweise die untere, unmodifizierte Schaltwerkrolle (Tacx T4000, 10 Zähne). Die 9-Gang Kette lief darauf hakelig. Nachdem die Zähne angefast waren, lief das aber geschmeidig. Der erste Gang mit 34 Zähnen geht gut rein. Es klemmt und hakt nichts.
Vor dem Umbau von Kassette und Gripshift hatte ich zuerst die 9er Kette aufgezogen und hab ein paar kurze Probefahrten gemacht. Man kann durchaus eine 9er Kette auf einer 8-Gang-Schaltung fahren.
 

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Ch.Bacca schrieb:
NEOS 1.0 am Limit (oder darüber) am Tern Link D8 – äh – D9
(...)
Ich krieg ja sowas meist nicht hin.
(habe glaub' ich auch gar nicht die Kraft, deine lange Übersetzung zu treten)
Aufrichtigste Hochachtung! *Mütze zieh + tiefe Verbeugung*

Gruß Karsten
 
Danke! Es ist auch ein wenig brotlose Leidenschaft im Sinne von "Geht nicht?! Das wollen wir doch mal sehen!" dabei.

Karsten schrieb:
... habe glaub' ich auch gar nicht die Kraft, deine lange Übersetzung zu treten ...
Naja, ich benutze den höchsten Gang auch nicht ständig. Bei Rückenwind und leichtem Gefälle fehlte er mir manchmal. Neulich haben wir eine kleine Fahrt gemacht und meine Freundin ist mit dem Tern gefahren. Sie könnte sogar noch eine längere Übersetzung gebrauchen. Sie tritt ziemlich langsam. Abgesehen davon fand sie, dass die Schaltung sauberer schaltet als an ihrem Tourenrad.
 
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