Dahon IOS P8

Ch.Bacca schrieb:
Da bin ich einerseits positiv überrascht, dass das Rahmengelenk den Crash augenscheinlich überstanden hat, wäre andererseits aber auch wegen der Langzeitfolgen skeptisch. Ich würde es mir wenigstens eine Zeit lang genauer ansehen, ob sich irgendwo Risse o.ä. andeuten.
Ja, da schaue ich wegen des hohen Kilometerstandes eh schon etwas genauer hin. Fahre auch einen relativ hohen Anteil an Wald- und Feld-Wegen, sowie Schotterpisten. Daher ist die Belastung für das Gelenk eh schön höher. Die Gabel hat hier als Knautschzone fungiert. Überrascht bin ich, das der Gabelschaft stark verformt ist, aber keinen Riss oder Knick hat. Beobachten werde ich auch das Gelenk an der Lenksäule und den Andros Vorbau. Da war ja einiges verformt und verdreht, es ließ sich aber alles nach Lösen der entsprechenden Schrauben wieder gerade einstellen.

Gruß
Reimund
 
Hmm - wenn ich so drüber nachdenke, würde ich selbst wohl die Bolzen und Igus-Buchsen am Rahmengelenk ersetzen, unabhängig davon ob sie intakt aussehen oder nicht.
 
Ch.Bacca schrieb:
Hmm - wenn ich so drüber nachdenke, würde ich selbst wohl die Bolzen und Igus-Buchsen am Rahmengelenk ersetzen, unabhängig davon ob sie intakt aussehen oder nicht.
Da schwanke ich momentan zwischen "never change a running system" und "sicher-ist-sicher" und zögere eine Entscheidung hinaus. Am Gelenk sieht nicht nur noch alles gut aus. Die Buchsen haben auch noch keinerlei Spiel. Beanspruchungen durch Faltvorgänge habe ich eigentlich kaum noch. Max. 1 mal pro Monat landet das Rad noch gefaltet im Kofferaum. Ansonsten brauche ich für meine ca. 60 km pro Werktag keine Auto und keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr.

Ich hatte schon öfter mal das Erlebnis "hättest du mal nichts verändert, dann wäre noch alles OK" oder auch "das war doch abzusehen, hättest du mal rechtzeitig reagiert ...". Einfacher wird es für mich wenn tatsächlich etwas kaputt ist oder um mich herum gehäuft Warnsignale auftreten, z.B. das Gelenk fängt an zu wackeln oder 5 Leute berichten hier im Forum über gebrochene Bolzen. Jedenfalls habe ich hier schon zwei Bolzenkits bereitliegen. Ein originales von Dahon und einen "verstärkten", teuren Ersatz von einem niederländischen Fahrrad(ersatzteil)händler. Wobei mich das Wort "verstärkt" in Bezug auf meinen alten Bolzensatz auch nicht gerade beruhigt.

Gruß
Reimund
 
Am Wochenende war ich mal wieder sportlich mit meinem IOS unterwegs. Ich hatte im Emsland zum 600 km Brevet "Die Acht von Lohne" angemeldet. Start war pünktlich mit dem Schlag der Kirchenuhr Samstag um 8:00 in Lohne. Das Ziel sollte dann bis Sonntag Abend um Mitternacht (40h) wieder erreicht werden.

Dieser Achter-Kurs führte durch folgende Gebiete:
Grafschaft Bentheim, Nördliches Emsland, Region Groningen (NL), Wasserfestung Bourtange (NL), Drenthe (NL), Nationaalpark Drentsche Aa (NL), Overijssel (NL), Grafschaft Bentheim, Landkreis Vechta, Landkreis Osnabrück, Wiehengebirge, Wittekindsland,Teutoburger Wald, Kreis Steinfurt, Tecklenburger Land, Südliches Emsland.

Am Start hatten sich außer meinem Faltrad nur Rennräder eingefunden. Mein Rad hat einige Schmunzler hervorgerufen. Reaktionen: Wie kann man sich das freiwillig antun?, Respekt, Ob ich denn gesehen hätte,dass es auch durch die Berge geht?

Grob geschätzt waren es so 50 Starter. Das Wetter war perfekt, die Kette frisch geölt. Ballast habe ich nicht abgeworfen. Auch mein 1.4kg Zweibeinständer ist dran geblieben.

Die Strecke war ein Traum, das Wetter die meiste Zeit ideal (sonnig, leicht bewölt und nicht zu warm, 1. Tag kein Wind). Die ersten 300 km liefen sehr gut. Bereits gegen Mitternacht war ich wieder Lohne, habe mich dann 2h in meinen Kofferraum auf eine Matratze schlafen gelegt. Gegen 2:30 bin ich dann wieder gestart. Die Rennfahrer waren da bereits wieder 4.5 Stunden unterwegs (2.Start nach Nudelessen und Pause). Bis zu Kilometer 400 blieb die Strecke sehr flach. Ich hatte zwar im Kopf, dass 3400 Höhenmeter zu bewältigen sind, wie sich das aber anfühlt, wenn die sich alle zwischen Kilometer 400 und 530 abspielen, davon hatte ich noch keine Vorstellung. Ich dachte ich komm zeitlich überhaupt nicht mehr durch, zumal auch noch kräftiger Gegenwind auf diesem Abschnitt herrschte. Vielfach bin ich die Anstiege im Wiegetritt hochgefahren, um nicht zuviel Zeit zu verlieren. Mein Dahon musste da einiges aushalten. Zum Schluss war dann aber alles wieder gut und ich habe das Ziel noch mit 3h Zeitreserve erreicht.

Meine Daten:

Gesamtstrecke: 608 km
Maximal: 54.5 km/h
Fahrzeit (ohne Pausen): 30h
Pausen: 7h
Durchschnitt bezogen auf reine Fahrzeit: 20.2 km/h

Die Strecke ist hier zu finden:
https://www.gpsies.com/map.do?fileId=mkzzmbhvkzvhoyps

Hier noch einige Bilder:


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Gruß
Reimund
 
Respekt!

Irgendwie fehlt mir nach der Einleitung die Pointe am Ende. Oder sind es die 3h Reserve? Hast Du welche hinter Dir gelassen, trotz mehr Pause?

Von Ankum bis Bersenbrück ist die Strecke sogar deckungsgleich mit meiner Planung. :mrgreen:
BersenKum.JPG
Wie navigierst Du mit dem Garmin (hab das gleiche)? Ich hab mir die Strecke inzwischen auf's Garmin geladen und will mich dann nur an den Strichen orientieren. Keine echte Navigation.
 
Mit den "Bergrennen" hatte ich bisher so meine Schwierigkeiten. Beim 1. Mal (Eifel) habe ich mich so verausgabt, dass ich im Ziel zusammengebrochen bin. Zum Glück war eine Krankenschwester da. Beim 2. Mal im Bergischen Land war ich deutlich zu spät und trotzdem völlig erschöpft im Ziel. Hier, mein 3, Mal, war die hügelige Strecke mit heftigem Gegenwind auch sehr anstrengend. Dennoch haben die vorher rausgefahrenen Zeitreserven mehr als gereicht, ich war nicht so geschafft, mit dem Gefühl, dass da noch mehr geht. Mein Ziel sind die 1200 km Paris-Brest-Paris im nächsten Jahr und dem bin ich jetzt ein gutes Stück näher gekommen.

Die Rennradfahrer sind deutlich schneller unterwegs, manchmal aber nur, um besonders ausgiebige Pausen oder Verwandschaftbesuche auf der Strecke zu machen. Nach den ersten 10 km bei Tempo 35 musste ich mich zurückfallen lassen und war dann mit etwa 25 km/h unterwegs. An den Kontrollstellen habe ich dann den einen oder anderen Radler wiedergetroffen (technische oder gesundheitliche Probleme, Hotelübernachtung zwischendurch, etc.). Ein nettes Gespräch hatte ich unterwegs in den Bergen. Da glaubte ich jemanden vom Start wiederzuerkennen (knallgrüner Helm, Brille, Bart, braune Haare), da kam aber nach 10 min raus, dass wir auf unterschiedlichen Veranstaltungen waren. Mit Faltrad kann man immer schnell Kontakt knüpfen. Es ist gar nicht so selten, dass ein Rennradler noch ein Faltrad zu Hause stehen hat. Mich hat noch ein Brompton- und ein Birdy-Fahrer angesprochen.

Dann leite ich mal langsam zum Navi über:
Nachts, gegen Mitternacht, nach den ersten 300 km habe ich noch einen Radler getroffen, der letztendlich aufgeben musste, weil sein Navi ausgefallen war. Er hatte sich für den 2. Start um 22:00 noch mit zwei anderen Radlern verständigt in einer Gruppe zu fahren, konnte deren Tempo nicht halten und musste wieder umkehren. Mein Angebot mit mir zu fahren hat ihn dann auch nicht mehr gelockt, denn ich brauchte ja noch etwas Schlaf und er war zu aufgedreht, um ein Auge zuzumachen.

Nun, die alten Garmins sind zuverlässig und einfach unverwüstlich. Meines hat schon etliche Schauer überstanden. Bei den Langstreckenradlern sind sie immer noch sehr beliebt. Ich orientiere mich auch an den Strichen (keine Navigation). Da ich mich schon öfter verfahren habe, weil bei mir die Straßen auch in unterschiedlichen Farben dargestellt werden und manchmal mit der Farbe der Route übereinstimmen, lade ich die Route noch ein 2. Mal in einer auf wenige Punkte heruntergerechneten Form auf das Navi. Dann habe ich noch eine weitere Orientierungslinie in der Nähe der echten Route und beuge so Verwechselungen vor. Man kann natürlich auch ohne Landkarte nur mit der geladenen Route fahren, aber wenn dann der geplante Weg versperrt ist, ist Holland in Not.

Gruß
Reimund
 
Moinmoin

Mönsch 600 km das fährt hier so mancher im Forum in einem Jahr ;)

Zum Navi,

bevor sich das verfestigt - ob man Tracks folgt oder das Gerät selbsttätig routet oder über vorgewählte Zwischenziele - alles ist navigieren.

Wenn man Tracks speziell auf dem Etrex Vista HCX folgt:
Entweder zerlegt man die Strecke in sinnvolle Teilstrecken (a max. 500 Punkte) und speichert sie ab und aktiviert sie vorab schon mal (dann wird der Anschlusstrack automatisch aktiv wenn man die Position am Anfang erreicht) oder man nutzt das Aktiv Log mit seinen 10.000 Punkten. Oder man hinterlegt seine Karte einfach mit einer zweiten Transparenten auf der man den Track dann sieht. https://radreise-forum.de/topics/792732/1
Da kann man auch Farbe und Breite frei wählen.

Erklärt wird das hier:
https://blog.gpsies.com/article/143/track-mit-mehr-als-500-punkten-auf-den-garmin-etrex-speichern
und
https://www.gps-tour.info/forum/read.php?f=4&i=8541&t=4239


Mit Trackback kann man auch auf einem Track routen (und Abbiegehinweise bekommen) Routing muss dann auf Luftlinie stehen.
http://www.naviuser.at/forum/archive/index.php/t-1989.html
 
Motte schrieb:
Zum Navi,
bevor sich das verfestigt - ob man Tracks folgt oder das Gerät selbsttätig routet oder über vorgewählte Zwischenziele - alles ist navigieren.

Hallo Udo,

ist schon erstaunlich was mit dem Teil so alles möglich ist. Jetzt habe ich das Navi schon so lange und habe immer noch nicht alles ausprobiert. Ich glaube, diese Funktionen hattest du mir vor Jahren schon einmal erläutert.

Nochmal zum Begriff 'Navigieren'. Unter Navigieren versteht man doch:
- Bestimmen der aktuellen Position
- Berechnen eines optimalen Weges nach vorgegebenen Kriterien
- Fahranweisungen, um zum Ziel zu finden

Wenn ich nur die Positionsbestimmungsfunktion nutze, den optimalen Weg selbst vorgebe (Track einblenden) und durch ständige Kontrolle meiner Position darauf achte, dass ich dem richtigen Weg folge, dann spricht man nach meinem Verständnis nicht mehr von 'navigieren'.

Gruß
Reimund
 
Ich wüsste jetzt nicht, dass es eine "amtliche" Definition von Navigation gibt. Losgelöst vom GPS würde ich sagen; man bestimmt seinen Standort und sein Ziel und bewegt sich auf einem festgelegten Kurs dort hin.

Oft lässt die Topographie eine Ideallinie nicht zu, so dass man nur auf vorgegebenen Pfaden zum Ziel kommt.
Meiner Meinung nach besteht die Navigationsleistung dann darin von diesem "Kurs" nicht abzuweichen.

Auf Wandern übertragen wäre für mich Navigation
wenn ich mir auf der Karte angucke, dass ich auf dem Wanderweg X 32 bis zur Kreuzung B und dann den Wanderweg X 33 nach rechts laufe um ans gewünschte Ziel Y zu kommen.
oder
wenn ich stur nach Kompass (Kurs) laufe und dabei die Zielpeilung (also Luftlinienpeilung) mit beliebig vielen Zwischenzielen benutze. (Wenn ich dabei auf den Wegen bleibe, verhalte ich mich schon so, wie ein kartenbasiertes Navi beim Routing)
oder (eben auch) wenn ich ein Schild entdecke "Touristensteig nach Y" dem Weg bis Y folge und ihn unterwegs nicht verliere. Wobei "stur dem ausgeschilderten Weg nachlatschen" bei den meisten Menschen nicht als Navigationsleistung anerkannt wird. Den vorgegebenen und in der Karte eingezeichneten Kurs beim Schiff aber schon. ;)
 
Motte schrieb:
Ich wüsste jetzt nicht, dass es eine "amtliche" Definition von Navigation gibt. Losgelöst vom GPS würde ich sagen; man bestimmt seinen Standort und sein Ziel und bewegt sich auf einem festgelegten Kurs dort hin. ...
Da hast Du wohl Recht. Mein "keine echte Navigation" bezog sich speziell auf die nicht genutzte Funktion des Garmin. Da heißt es ja auch "Navigation stopp". Schiffe werden schon seit Jahrtausenden von A nach B navigiert. Wikipedia bezieht "Navigation" auf Fahrzeuge (Land, Wasser, Luft, All). Zu Fuß ist es dann keine Navigation mehr?

CycoRacer schrieb:
Mit den "Bergrennen" hatte ich bisher so meine Schwierigkeiten. Beim 1. Mal (Eifel) habe ich mich so verausgabt, dass ich im Ziel zusammengebrochen bin. ...
Oha! :shock:

... Nach den ersten 10 km bei Tempo 35 musste ich mich zurückfallen lassen und war dann mit etwa 25 km/h unterwegs. An den Kontrollstellen habe ich dann den einen oder anderen Radler wiedergetroffen (technische oder gesundheitliche Probleme...
Unabhängig davon, dass ich dieses Tempo sowieso nicht lange halten könnte, würde ich zu Beginn immer gemütlich radeln und mich später steigern, wenn ich sicher bin, dass noch Luft nach oben ist. So hab ich mal einen 5000-Meter-Lauf als Zweiter von ca. 30 Leuten geschafft, obwohl ich vorher nie diese Strecke gelaufen bin. Anfangs bin ich völlig lustlos losgetrottet und habe dann allmählich das ganze Feld von hinten aufgerollt. Damit habe ich zufällig "meinen" Rythmus getroffen und mir das gemerkt.

Das Garmin habe ich vor zwei Jahren gebraucht für kleines Geld bekommen und nur sporadisch benutzt, weil ich die Bedienung etwas nervig und nicht selbsterklärend finde. Eine weit entfernte Adresse außerhalb der aktuellen Kachel anzusteuern ist besonders schlimm. Jetzt habe ich mich mal etwas intensiver damit beschäftigt und mir auch einen Lenkerhalter dafür gebaut. Mit auf dem PC vorbereiteten Tracks kann ich mich nun mit dem Garmin anfreunden.
 
Im oben verlinkten Naviuser Forum (aus Österreich) findest Du (im Archiv) noch jede Menge gute Erklärungen zu dem Ding. Die hab ich damals auch fleißig genutzt um es kennenzulernen.
Raus zoomen und scrollen ist bei dem Teil in der Tat nur was für starke Nerven - da waren schon Bildhauer schneller ;)
 
Ja, die Beschreibungen hab ich schon überflogen. Jetzt hab ich ja erst mal eine brauchbare "Navigation" gefunden. Die anderen Varianten teste ich vielleicht auch noch. Zunächst muss noch die Gummierung neu geklebt werden. Dazu habe ich auch einige nützliche Tipps in den Foren gefunden.
 
CycoRacer schrieb:
Ch.Bacca schrieb:
Hmm - wenn ich so drüber nachdenke, würde ich selbst wohl die Bolzen und Igus-Buchsen am Rahmengelenk ersetzen, unabhängig davon ob sie intakt aussehen oder nicht.
Da schwanke ich momentan zwischen "never change a running system" und "sicher-ist-sicher" und zögere eine Entscheidung hinaus. Am Gelenk sieht nicht nur noch alles gut aus. Die Buchsen haben auch noch keinerlei Spiel.

Hmm, wenn ich jetzt so darüber nachdenke, hatte ich da wohl einen ziemlich nützlichen Tip bekommen.

Auf der heutigen Ausfahrt ist mir bei der Laufleistung von 31500 km der untere Bolzen der Rahmengelenkes gebrochen und der Gewindeteil des Bolzen steckt natürlich noch drin. Das ist ziemlich übel und riecht nach Totalschaden.

Hat jemand hier noch eine Idee für eine Rettungsmaßnahme?

Heute endet bei uns das Stadtradeln und das Dahon verabschiedet sich nach 21 Tagen Dauerbelastung mit im Schnitt 100 km Fahrleistung pro Tag. Über 2100 km im normalen Arbeitsalltag ohne Urlaub. Dies ist meine neue persönliche Bestleistung über die ich mich gerne noch mit einem intakten IOS deutlich gefreut hätte.

Gruß
Reimund

Nachtrag (noch ein aktuelles Foto von heute):


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Oh - schade.
Hauptsache, Dir ist nichts passiert!
CycoRacer schrieb:
... Hat jemand hier noch eine Idee für eine Rettungsmaßnahme? ...
Dafür wurde der "Linksausdreher" erfunden. Bekommt man die Rahmenhälften voneinander getrennt, wenn der obere Bolzen raus ist? Ich würde das Teil zum Anbohren gut fixieren und einen Zentrierbohrer verwenden. Ein Bohrwerk bzw. eine Fräsmaschine wäre hilfreich. Einspannen nur an dem massiven Teil des Gelenks und niemals am Rahmenrohr. Das Gewicht der Rahmenhälfte unterstützen.

Freihand ginge das zwar auch, aber das Risiko, dass der Bohrer abschmiert und den Rahmen schädigt, wäre mir zu groß.

https://de.wikipedia.org/wiki/Linksausdreher

Vielleicht gibt's bei Dir einen Metallbau-Betrieb, wo Du fragen kannst.

Nachtrag:
Wenn man die Rahmenhälften nicht auseinander bekommt, könnte man aus der Not eine Tugend machen. In die Bohrung wirft man einfach eine Hülse, die den Bohrer führt. Am besten ist die Hülse etwas zu lang, dass man sie am Mitdrehen hindern kann.

Das sollte jemand tun, der weiß was er tut. Wenn der Bohrer hakt und bricht, ist es (fast) zu spät. Dann hilft nur noch Funkenerosion.

https://de.wikipedia.org/wiki/Funkenerodieren
 
Hallo Ch.Bacca,

danke für die hilfreichen Hinweise. Die Rahmenhälften sind nun getrennt. Die abgebrochene Schraube sieht anders aus als ich es erwartet hätte. Man blickt scheinbar auf einen Schraubenkopf, der hat aber keinen Innensechskant. Es ist aber auch kein Gewinde zu erkennen. Habe einige Einschraubversuche mit dem Bolzen unternommen. Der Durchmesser vom Loch innen ist zu klein, die Schraube passt da gar nicht rein.

Die Frage ist nun: Ist da wirklich der Rest einer abgebrochen Schraube zu sehen und beginne ich mit den Bohrversuchen? Im Ersatzteilrahmenkit habe ich zwei identische Bolzen, also muss das eigentlich ein abgebrochener Bolzen sein.

Nun einige Bilder:


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Gruß
Reimund
 
Am intakten Bolzen geht das Gewinde ja auch nicht bis zum Absatz; in der Bohrung logischerweise auch nicht. Ich würde erst mal davon ausgehen, dass die alten Bolzen gleich sind. Vielleicht eine optische Täuschung?

Ist das M6? Dann dürfte man für den Linksausdreher nur etwa 2,5 mm bohren (halber Kerndurchmesser). Ist der Bolzen noch da? Daraus könnte man sich die Führungshülse drehen (lassen). Sonst am intakten Bolzen den Gewindezapfen entfernen, Mittig vielleicht mit 2,6 mm bohren. Dann bekommt man auch gleich einen Eindruck, wie sich das Material bearbeiten lässt. Für solche heiklen Sachen nehme ich meist nagelneue Bohrer vom Typ HSS-G. Mit (Schneid-)Öl bohren. Notfalls Motoröl.

Oder den Gewindezapfen dran lassen und gleich von der Gegenseite bohren. Vorher ausmessen, wie weit der Bohrer ungeführt wäre. Mit etwas Glück schraubt das Drehmoment des Bohreres den Stummel heraus. Mir fallen noch mehr Möglichkeiten ein, wie man den Stummel heraus bekommen könnte. Der Linksausdreher bleibt erste Wahl.

Wenn es gelänge, den Stummel wirklich mittig anzukörnen, könnte man auf die Führung des Bohrers verzichten. Da das Material des Rahmens weicher als das des Bolzens ist, muss ein Abdriften des Bohrers unbedingt vermieden werden.

Selbst ein völlig verhunztes Gewinde ließe sich noch mit Helicoils reparieren. Aber so weit muss es ja nicht kommen... ;)

Nachtrag:
Es gibt wohl unterschiedliche Ausführungen des OCL Rahmengelenks. Auch mit unterschiedlichen Bolzen. Hier erklärt jemand, wie das abgebrochene Gewinde herauszubekommen ist:
https://www.bikeforums.net/folding-bikes/1101978-tern-link-catastrophic-failure-frame-hinge-bolt-6.html
Das ist so ähnlich, wie ich es machen würde. Nur, dass hier kein Linksausdreher, sondern ein Ausdrehstift. Ab Beitrag #80.
 
Das Bohren des 2.5 mm Loches in den Bolzen ist noch ganz gut gelungen. Leider hat sich im anschließenden Arbeitsschritt der Bolzen kein Stück bewegt mit der Konsequenz, dass mir auch der Linksausdreher unter der Belastung gebrochen ist und nun das Loch wieder verschließt. Damit sinkt die Hoffung für die Rahmenrettung wieder auf den Nullpunkt.

Gruß
Reimund
 
Falls du es noch von der anderen Seite des Bolzens probierst, erhitze wenn möglich den ganzen Bereich langsam und gleichmäßig auf 60 oder 80 Grad bevor du zu drehen versuchst, Alu dehnt sich mehr als doppelt so weit wie Stahl unter Hitze. Auch mittelfeste Schraubensicherung ist dann aufgeweicht.
 
Für Bohrversuche von der anderen Seite fehlt mir die Ausrüstung. Ich habe jetzt erst einmal einen anderen Weg gewählt. Aus dem alten, oberen Bolzen, habe ich mir einen passenden neuen Bolzen für die Unterseite zurecht gesägt. Die Igus Buchsen habe ich erneuert, oben habe ich einen neuen Bolzen reingeschraubt. Den unteren Bolzen habe ins Gelenk gesetzt und mit einer zusätzlichen Sicherungsblechschraube in alter Dahon Manier vor dem Rausfallen gesichert.


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DSC07649a.jpg


Gruß
Reimund
 
Gewagt! Andererseits dürfte das abgebrochene Gewinde sowieso nicht zur Stabilität des Gelenks beitragen - theoretisch. Von der Rückseite aus müsste man ja einen "Rechtsausdreher" oder den weiter oben verlinkten Ausdrehstift haben. Gibt es eine Chance, den Stummel des Linksausdrehers aus der Bohrung zu frickeln?

Wenn das Gewinde so fest sitzt, dass der Linksausdreher brechen konnte, wäre Wärme auch mein nächster Ansatz. Da müsste man m.M.n. behutsam und gleichmäßig erwärmen, um nicht noch zusätzlichen Stress in das Material durch größere Temperaturunterschiede zu bringen. Zusätzlich würde ich vor dem nächsten Versuch "Kontakt 60" ein paar Tage wirken lassen. Das ist nützlich, falls Korrosion im Spiel ist. Kontakt 60 ist eigentlich ein Kontaktspray, hat sich bei mir allerdings als Oxidlöser für festgegammelte Mechanik bewährt.

Gruß,
Ch.
 
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