Dahon IOS P8

Es muss ja nicht mal böse Absicht sein. Reicht ja schon ein übermüdeter Teilnehmer, der sich den falschen Renner greift. Aber wenn die auf die Nummern achten kann ja nix passieren.
CycoRacer schrieb:
... da hatte ich ein kurzzeitiges Tief und konnte meine Fahrt erst nach etwa 2 Stunden wieder fortsetzen (nach ärztlicher Freigabe). Leider merkt man erst nach dem Absteigen vom Rad, wenn man dem Körper zuviel abverlangt hat. ...
Hast Du das selbst noch gemerkt oder Umstehende? Zwei mal hab ich erlebt, wie Wassersportler unterzuckert und kognitiv auf dem Niveau eines müden Hundewelpen waren. Immerhin hatten beide es noch ans Ufer geschafft, bevor sie so durch waren.
 
Ich hatte einen Kreislaufzusammenbruch. Runter vom Rad zur Kontrolle gerannt, danach sofort in die Kantine an der Kasse wurde mir schwarz vor Augen und ich war erst mal weg. Danach hab ich die Krankenstation kennengelernt, mein Blutdruck war extrem niedrig, wurde dann gut versorgt und umfassend untersucht, bin nochmal an dem Abtransport ins Krankenhaus vorbei gekommen und habe mich relativ schnell erholt. Unter abschießender Beobachtung konnte ich dann noch ein ausgiebiges Essen zu mir nehmen und habe danach meine Kontrollkarte wiedererhalten mit der Empfehlung es für dieses Rennen gut sein zu lassen. Mein Körper hätte mir ein eindeutiges Warnsignal gegeben und es würden ja noch über 850 km vor mir liegen.

Folgende Änderungen habe ich danach vorgenommen. Meine Blutdruck senkenden Tabetten habe abgesetzt. Bei jeder folgenden Kontrolle habe ich mich sofort erstmal 10 Minuten auf den Rücken gelegt mit den Füßen nach oben. Lange Pause bei der nächsten Kontrolle nach 100 km mit erfrischender Dusche.

Das Kantinenpersonal hat mich sofort wiedererkannt (bei über 6000 Teilnehmern) und mich herzlich begrüßt als ich auf dem Rückweg nach weiteren 500 km dort wieder mein Essen bestellt habe.

Es gibt leider auch eine dunkle Seite. Nicht alle Starter überleben das Rennen. Man findet hierzu nicht allzuviel.

Hier was altes:
https://www.youtube.com/watch?v=pmcui9ynsus

Das was hier gezeigt wird habe ich auch gesehen, bzw. selbst durchgemacht. Abgebrochen habe ich, als ich in etwa so drauf war wie die Frau bei 2:30 (nach drei durchgefahrenen Nächten in der 4. Nacht). Mit Deinen Worten: Kognitiv auf dem Niveau eines müden Hundewelpen.

Ich bin leider süchtig, aber nicht lebensmüde.

Gruß
Reimund
 
Heftig!

Wie kam es zur ersten Überforderung? Das war doch eine Streckenlänge, die Du vorher schon gemeistert hattest. Ist PBP durch die Hügel dermaßen viel anstrengender als die anderen z.B. 600er oder ist etwas anderes schief gelaufen?

Bei der Frau wundert mich, dass da kein Ordner oder Sani hinhechtet und sich kümmert. Die Anderen drumherum wirken desinteressiert. Andererseits kenne ich es nach mehreren Tagen Festival, dass sich nicht (mehr) um jeden Zombie gekümmert wird, schon gar nicht durch Halbzombies. ;-)
 
Das Filmmaterial ist aus den 80ern. Sowas gibt es, jedenfalls innerhalb der Kontrollstellen, nicht mehr.
Helme und Licht am Rad waren die Ausnahme, keine Warnwesten.

https://www.youtube.com/watch?v=6TywLn7oOLA

Es ist eine kritische Phase, wenn man (bzw. ich) nach stundenlanger Fahrt plötzlich anhält. Bis zu dem Punkt geht es einem gut und dann geht plötzlich der Blutdruck runter. Es wird einem schlecht und dann verliert man das Bewusstsein. Habe mich einfach nach dem Absteigen zu sehr beeilt und mich nicht erst einige Minuten mit den Füßen nach oben hingelegt. Hatte das Problem 2015 schon mal beim 300km Eifelbrevet mit meinem 3-Gang Cyco. Hatte ich hier drüber berichtet. Da gab es ja noch lustige Kommentare in den Foren (sowas wie: Teufelskerl, der mit letzter Kraft in der letzten Minute halbtot mit seinem Klapprad im Ziel angekommen ist). Halbtot war ich erst 10 Minuten nach meiner Ankunft mit dem Glück das das Brevet von einer Krankenschwester und ihrem Mann veranstaltet wurde. Habe gegen meine goldene Regel verstoßen (Erfahrungswissen von alten Hasen) : bei aufkommender Übelkeit sofort hinlegen oder weiterfahren. Am besten nach dem Absteigen sofort auf den Boden hinlegen, wenn ein mehr als 5 minütiger Aufenthalt ansteht.

Gruß
Reimund
 
Heute musste ich mal wieder den Schaltzug wechseln. Der war schon fast vollständig durchtrennt (im Schalthebelgehäuse. Er hat dieses mal 12200 km durchgehalten (6 Monate). Musste gestern und heute mehrmals nachstellen (untrüglicher Indikator). Habe auch gleich das wackelig gewordene Lenkkopflager und das Faltgelenk an der Lenkstange nachgestellt.

War gestern noch auf einer 230km langen Runde durch das Ruhrgebiet unterwegs. Zum Glück keine Panne. Habe an der Sternfahrt von Hattingen über Witten, Dortmund nach Lünen teilgenommen. In Hattingen bin ich leider 10 min zu spät angekommen, aber in Witten war ich dann rechtzeitig da. Hinfahrt an der Ruhr lang (wunderschön), zurück an der Emscher (momentan Totalkatastrophe, nicht zu empfehlen).

Ein Highlight: Fahrt auf der B1 und durch den 800m langen Tunnel kurz vor der Abfahrt nach Lünen. Habe ohne Probleme bis auf 55km/h beschleunigen können (kein Gefälle).

https://www.youtube.com/watch?v=ffvV4fXDVao
(7:33 :)

Gruß
Reimund

20.09.2021 (89500 km)
------------- Schaltzug erneuert (Shimano)
 
Also, die von Raimond geschilderten gesundheitlichen Probleme bei den ganz langen Strecken (und dazu über mehrere Tage !) verursachen bei mir Einiges an Stirnrunzeln. Ich meine, daß man durch eine sorgfältige Vorbereitung Vieles vermeiden kann.
Der Leistungs-Gedanke ist mir trotz meines Alters immer noch nicht völlig fremd. Aber wie ich von meiner kürzlich vollendeten 200 [km]-Strecke weiß, passen 200 [km] relativ gut in den Zeitraum von 24 [h] (Bei einem Fahrer mit 20 [km/h] Durchschnitt). Mit Schlaf (8 [h], bei mir unverzichtbar !) , 2 [h] Aufstehen und Frühstück sowie Abendessen und Zubettgehen bleiben für die Fahrt (incl. 2 x Brotzeit und Pinkelpausen) 14 [h]. Realistisch kann man 12 {h] auf dem Fahrrad zubringen. das sind dann 240 [km]. Sicher kann man daraus auch 300 [km] machen. Z.B. indem man seinen "Tag" auf > 24 [h] aufbläst. oder wer noch mehr will, muß seine Durchschnitts-Geschwindigkeit steigern. Je nach Alter, Kondition und Willenskraft sind da aber Grenzen (Die muß jeder für sich selber rausfinden !). Deshalb mein Rat an Reimund: Ein bißchen planvoller vorgehen und solche Sachen wie Kreislauf-Zusammenbrüche unbedingt meiden. Dehydratation und Hungeräste sind durchaus lebensgefährlich (Mit fortschreitendem Alter eine noch größere Bedrohung!). Meine 200 []km]-Strecke gab mir nicht nur Genugtuung über das an "KM"-Erreichte, sondern auch die Genugtuung, daß meine Planungen und Vorbereitung sich als absolut angemessen erwiesen haben. Ich liebe es nun mal, wenn ein Plan funktioniert !
Bei den Erfahrungen, die Du auf deinen Langstrecken (Deren Bewältigung ich viel Respekt zolle !) gemacht hast, solltest Du hinreichend Bescheid wissen, wie ein angemessenes Vorgehen aussieht. Kein Mensch ist Fehler-frei, man sollte aber aus seinen Fehlern lernen. Wenn man dann darüber hier berichtet, können sogar Andere davon profitieren. Natürlich bleibt die Einschränkung, daß nicht Alles 1:1 übertragen werden kann, bestehen. Die Berücksichtigung seiner eigenen Randbedingungen sollten für Andere nicht besonders schwierig sein.
Betreff: Bowdenzug-Bruch im Lenker-Hebelbereich. Das ist Konstruktions-immanent. Denn die Nippel werden an die Seile angegossen Das Material ist im Prinzip so eine Art Weichlot (die genaue Zusammensetzung ist mir nicht bekannt). Zunächst mal sind wenig Unterschiede zwischen Schaltseil und Bremsseil fest zu stellen. Schalteile sind dünner.
Am Übergang Nippel zu Seil gibt es einen großen Steifigkeitssprung, der durch seine Kerbwirkung schon bei der "normalen" Zugbelastung im Betrieb die Spannung in dem Bereich erhöht. Ob das schon ausreicht, um einen Dauerbruch zu verursachen, kann man nur im Labor-Versuch oder mit einer FEM-Rechnung vorhersagen. Ich meine, daß vor Allem eine zusätzliche Biegespannung zum Ende der einzelnen Drähte des Seils durch Dauerbruch führt. Zwar können sich sowohl Tonnen- als auch Birnen-Nippel sich mit dem freien Ende vor dem Nippel im Hebel tangential einstellen (Da würden keine Biegespannungen auftreten), aber die "tangentiale" Eistellung ist je nach Genauigkeit der Geometrie (Stichwort Toleranzen) mehr oder weniger unvollkommen. Gute Brems-Hebel haben extra Laschen in U-Form, die die Nippel aufnehmen, wobei die Laschen separat mit dem Hebel drehbar vernietet sind. Da könnte man die Vernietung hin und wieder mal fetten. Bei den Schaltseilen ist es schwieriger, etwas an Ursache fest zu stellen und dann zu beseitigen. Fetten sollte auch hier eine gute Wirkung haben.
Bei allen Maßnahmen muß man immer Auswand zu Nutzen in ein angemessenes Verhältnis setzen. Denn ein neues Edelstahlseil kostet ca. 2,50 € und wenn das 10 000 [km] hält, scheint das in Ordnung zu sein.
Man bedenke aber, wer das Seil nicht selber wechseln kann, muß Arbeitszeit bezahlen.
Der Werkstattstundensatz liegt heute bei ca. 80 €/h. Ein Seil könnte in 15 [Min] gewechselt sein (keine Komplikationen vorausgesetzt). Anteilig wären das 20 €. Wenn statt 10 000 [km] die Haltbarkeit auf 20 000 [km] gesteigert werden kann, denke ich, kann man über bessere Bearbeitung (Sparpotential 22,50 €) nachdenken. Das Glätten der Nippel vor dem Einbau könnte auch etwas bringen (Stichwort Schmirgelleinen ). Falls Fetten der Aufnahme im Hebel etwas bringt, sollte man das machen.
Ich muß gestehen, ich habe an den "Bremshebeln, Schalthebeln " bisher noch Nichts gemacht. Hin und wieder lohnt sich aber, über solche Sachen nach zu denken.

MfG EmilEmil
 
Mit dem dem Seil im Fett waren es jetzt 12200 km. Ohne Fett vorher 8300 km. Kann was bedeuten oder auch nicht. Schalte extrem viel, da ich in der Woche mindestens 20 mal igendenwelche umliegenden Halden rauf und runterfahre. Gestern vormittag habe ich 50 km am Stück an den Hängen der Halde Rheinpreußen zugebracht (20 mal rauf und runter). Kurze Trinkpause nach 10 Aufstiegen. Durchschnittsgeschwindigkeit 20 km/h. An einem Vormittag 4 oder 5 neue Bestleistungen für den Zeitraum der letzten drei Monate aufgestellt. Vorbereitungstraining PBP 2023.

Gerne würde ich mich auch mal mit einem Arzt zu Thema Grenzbelastung unterhalten. Hier habe ich aber inzwischen kapituliert:
"Mit fast 60 quälen sie sich immer noch mit einem Fahrrad ohne Elektromotor."
"Da mach wir mal ein Belastungs-EKG, 10 min Stufe 1, 10 min Stufe und dann wenn sie noch können 10 min Stufe 3. ... Irgendetwas stimmt da nicht. Sie habe ja Werte wie ein 20 jähriger; ich muss das Gerät mal durchchecken lassen."
"In ihrem Alter ist Bewegung mit dem Rad immer gut, je mehr desto besser. Zu viel gibt's da nicht."

:)

Gruß
Reimund
 
Ja, unsere Ärzte ! Die Meinung des besserwisserischen Deutschen (gilt ebenso für Mitglieder anderer Nationen) "Was ich nicht selbst erlebt habe, gibt es nicht !" betrifft auch diesen Berufsstand. Bzgl. "Werte wie ein 20-jähriger"; da fehlt ein Adjektiv wie gut-( super-, spitzen-) trainierter oder Ähnliches. Ein Pedelec kann bei Bergauffahrt zusätzlich zu einer schwachen Eigenleistung von 50 [W] ca. 500 [W] elektrische Leistung mobilisieren. Da wird selbst ein guter TdF-Bergspezialist abgehängt. Ein 20-jähriger kann auch ein Couch Potato (50 [W] Muskelleistung ?) sein. (Der ist gewiß kein Vergleichs-Maßstab). Von den Medizinern kann mehr Präzision erwartet werden.
Aber wenn man die Konstruktion sowie die "ergonomische" Einstellung ihrer "Fahrrad-Ergonometer" anschaut, so gibt es da einigen Verbesserungs-Bedarf (Untertreibung) . Auch die Gelegenheit, dem Probanden Grundwissen über eine ergonomische Sitzposition zu vermitteln, wird in der Regel versäumt (Wissen ja fast alle Ärzte nicht (Fast Alle = Alle bis auf endlich Wenige) . Eine Aufklärung über den für die Liebe zum Fahrradfahren wesentlichen Bereich "Sitzbeschwerden" ist in der Mehrzahl der Fälle ebenso eine Fehlanzeige. Die Gelegenheit, auch gesunde (? *) Menschen, die fast gar nicht zum Arzt gehen, auf bestimmte Dinge hinzuweisen , sollte IMHO besser genutzt werden.
*) Gesunde Menschen gibt es eigentlich nicht; Nur Menschen, die nicht hinreichend untersucht sind !

MfG EmilEmil
 
Moin Reimund

Ist ja ein Problem, das alle Langstrecken-SportlerInnen umtreibt. Egal ob Marathon oder Triathlon oder längere RTF.
Wenn Du mal mit kompetenten Medizinern plaudern willst, dann findest Du die bei Tante Google unter dem Stichwort: "sportmedizinische Leistungsdiagnostik Niederrhein".
(mit Treffer sogar in Kamp Lintfort)
Was die Einzelnen taugen kann ich natürlich nicht beurteilen.

Gruß
Udo
 
Nicht nur die Mediziner zeigen sich unterschiedlich gut geeignet. Bei meinem letzten Belastungs-EKG war mir die Apparatur ausgesprochen suspekt. Die zu haltende Soll-Trittfrequenz war anscheinend für einen Jan Ullrich kalibriert und mir persönlich viel zu niedrig. Ich hätte zur Leistungsentfaltung gerne etwas schneller mit geringerer Kraft pedaliert. So war das eine unnötige Gelenk- und Muskelquälerei.
 
Danke Udo für den Hinweis, habe mal ein Mail in Richtung Essen abgesetzt. Mal schauen, ob die mich nach Problemschilderung noch ernst nehmen und antworten :) WEB-Seite macht einen vernüftigen Eindruck, auch Bike Fitting mit im Programm.

Zurück zur Technik. Heute habe ich meine BIOLOGIC Handgriffe erneuert. Nach etwa 2 Jahren und ca. 39000 km ist das Gummi weich und klebrig geworden und löste sich ab. Interessanterweise gab es die bei Kaufland am günstigsten.

Gruß
Reimund


23.09.2021 (89700 km)
------------- BIOLOGIC Griffe T-Tool ARX ERGO 130/130mm erneuert
 
Die Bremsschuhe hinten waren mal wieder am Ende, daher habe ich sie heute erneuert.

Gruß
Reimund

17.10.2021 (91100 km)
------------- Bremsschuhe hinten erneuert (Kool Stop Mountain Pads)
 
Gestern bin ich mal wieder eine längere Tour gefahren. Habe beim 200 km Brevet Maasland-Schiphol mitgemacht. Es ging von Maasland über Hoek van Holland, dann durch die Dünen ein Stück Richtung Norden, dann mitten durch Zentrum von Den Haag, danach Richtung Amsterdam und dann wieder zurück nach Maasland.
Sehr abwechslungsreich und es gab viel zu gucken.

In etwa diese Route hier (aber am Wasser lang nach Hoek van Holland und danach erst einmal am Wasser hoch):

https://www.randonneurs.nl/brevet/brm-200-maasland-hoeksche-waard/

Etwa 40 km vorm Ziel bemerkte ich am Bremsverhalten, dass die Felge einen Riss bekommen hatte. Ich hatte schon vor dem Rennen bemerkt, dass die Flanke so gut wie durchgebremst war, dachte aber, daß es auf die 200 km jetzt auch nicht mehr ankommt. Hab es aber noch ohne Probleme ins Ziel geschafft, habe aber weitestgehend vermieden, die Rückbremse zu benutzen. Das Hinterrad hat es auf eine Laufleistung von 18600 km gebracht. Das erste Hinterrad, dass bei mir keinen Jahreswechsel erlebt hat :)

Heute hab ich das Hinterrad erneuert. Der Riss ist ca. 5 cm lang. Habe auch gleich die Kassette gewechselt, die in Kürze fällig gewesen wäre.

Gruß
Reimund

24.10.2021 (91600 km)
------------- Hinterrad erneuert
------------- Kassette Shimano CS-400-9 11-36T erneuert
 
Habe heute meinen Antrieb überarbeitet und das vorderes Kettenblatt nochmals vergrößert, von 52 auf 60 Zähne. Das passte so gerade noch drauf (ca. 1mm noch zum Rahmen Abstand). Meine Kassette habe ich von 11-36 auf 11-42 vergrößert, sodaß sich in Summe für meinen 1. Gang nichts ändert. Das Schaltwerk kommt da noch so gerade mit klar (mit Einstellschraube am Anschlag). Die 30km lange Probefahrt verlief schon einmal vielversprechend. Überlege noch mir ein etwas breiteres Patronenlager einzubauen, um das Kettenblatt noch einen zusätzlichen Millimeter vom Rahmen wegzuholen.

Eigentlich wollte ich mir vor einigen Tagen nur wieder Kassette und Zahnrad auf Lager legen und bin nach vergeblicher Suche dabei auf die Sondergrößen gestoßen. Altes Kettenblatt und die noch fast neue Kassette habe ich erst einmal gut weggelegt.

Gruß
Reimund


13.11.2021 (92800 km)
------------- verschlissene Kette erneuert (Shimano CN-HG93)
------------- Kettenblatt ausgetauscht (TA Alize 60 Zähne)
------------- Kassette ausgetauscht (Microshift 9G 11-42)
 
Nich schlecht! Das ist mal ein Sprung! Ist das noch das Schaltwerk RD-M592? Wie ist der Abstand der oberen Schaltwerkrolle zu den Ritzeln der höheren Gänge? Schaltet das sauber?

Kommst Du mit den Gangsprüngen klar? Mir wär das wohl schon zu viel.

Ist das Kettenblatt außen oder innen auf die Spinne geschraubt? Wenn außen, kannst Du ein paar Plättchen zwischenklemmen.
 
Ja, das ist immer noch Deine "alte" Schaltung. Hat mittlerweile etwa 42000km auf dem Buckel. Die obere Schaltwerkrolle ist nah dran, aber nicht zu nah. Kann sauber schalten. Einstellschraube ist am Anschlag. Man könnte aber auch noch eine etwas längere reindrehen, ist aber nicht nötig, soweit ich das überschauen kann.

Die Gangsprünge sind für mich optimal. Das Spektrum von 11 auf 42 Zähne ist unglaublich. Die 11 sind vorwiegend für Rückenwind- und Bergabfahrten. Mein "Arbeitsweg" war heute 77km lang und beinhaltete 500 Höhenmeter. War ein richtiger Spaß, zwei Rennradfahrer haben sich richtig angestrengt. Einmal bin ich dran geblieben und einmal hab ich mich abgesetzt. Für den etwa 7% Anstieg auf der Halde hab ich den ersten Gang noch nicht gebraucht. Kettenblatt sitzt innen. Außen hab ich es auch mal kurz festgemacht. Da hätte ich wegen des großen Versatzes Sorge im 1. Gang bergauf zu fahren. Dann lieber ein etwas breiteres Patronenlager (von 110 auf 112), aber schauen wir erst einmal. Einen wirksamen Schutzring habe ich jetzt nicht mehr. Habe den vom 52er Blatt erst mal drauf gelassen.

Gruß
Reimund
 
Bei 1.90 [m] Radumfang (506-er Felgen und 47 [mm] breite Bereifung) ergibt das bei 60/11 Übersetzung:
Emax = 1.90 x 60/11 = 10.36 [m]; maximale Entfaltung. Das ist selbst für trainierte Rennradler im olympischen Alter schon eine Heldenübersetzung. Bei mir kommt der Verdacht auf, daß Du mit viel Kraft und dafür aber geringerer Kadenz (60;70 ?) Unterwegs bist. Ich versuche, an allen meinen Rädern 1,50 bis 9.00 [m] Entfaltung einzustellen. Meine Trittfrequenz liegt bei 80 [1/Min], bergauf (> 13 %) allerdings bei 60. Da ich hin und wieder mit Knie-Schmerzen zu kämpfen habe, bin ich froh, daß ich z.B. bei 10 % Steigung kleinere Gänge mit höherer Frequenz fahren kann. Für extreme Steigungen (19 %) ist an solchen Tagen dann meinerseits ein Fahrverbot wirksam.
Nun kann jeder selbst entscheiden, was und wie fährt. Einen Hinweis darauf, daß es Dinge gibt, die lange unbemerkt bleiben und plötzlich als Problem ans Licht kommen, möchte ich mir nicht verkneifen. Mit höheren Kadenzen zu fahren, lernt man am besten in der Jugend. In meiner Jugend hat mich niemand darauf hin gewiesen und eine Informationsquelle wie das Internet gab es damals natürlich nicht. Von Kadenz hat da niemand gesprochen und Messungen der Trittfrequenz waren unbekannt. Ich habe das auch zum ersten Mal vor 5 Jahren gemacht, als ich einen zweiten Rad-Komputer an mein Fitnessrad geschraubt und mit einem Geber an der Tretkurbel die Umdrehungszahl gemessen habe.
Bzgl. Fitnessrad: Das hat immer noch eine zu weit außen liegende (7.5 [mm] ?) Kettenlinie mit dem Manko, daß die Kette beim Rückwärtstreten vom großen Kettenblatt abläuft (vom größten Ritzel auf das 3.größte !). Wenn man dann wieder vorwärts kurbelt, gibt es Ketten-Geschnetzeltes ! (Beim letzten Mal knöpfte ein Kettenbolzen (Ausknöpfkraft ca. 2 [kN] !) sogar aus der Außenlasche, daraufhin wurde das Fitnessrad erstmal still gelegt. Im Moment schraube ich die hintere Schwinge (Kettenstreben) auseinander, um für das Kettenblatt (38Z) mittels einer Einbeulung Platz zu schaffen, damit die Kettenlinie optimal verläuft (Kettenblatt und 6. Ritzel in einer Ebene !). Nach meinen bisherigen Untersuchungen sollte dann das Problem des "Ablaufens "nicht mehr auftreten. Ich weise deshalb daraufhin, weil dieses Problem in den Foren bisher nur am Rande existiert.
Bei den verrückten MtB-lern ist sowieso immer alles "super", erst vor kurzem gab es da mal was über Ketten-Ablaufen vom "Ritzel" beim Rückwärtstreten. Ich habe das Problem auch einige Zeit vor mir hergeschoben, weil ich dachte, der verbaute Chainglider Open sei allein schuld. Der führt zwar auch zum Ablaufen und wurde im Frühjahr erst mal abgebaut. Aber auch danach lief die Kette ab, die Schaltung wurde dennoch nicht von der zu weit außen liegenden Kettenlinie im Schalt-Verhalten negativ beeinflußt.
Deswegen mein Rat, auf eine richtige Kettenlinie zu achten. Es sei noch bemerkt, daß die Kettenlinie im Prinzip von der Klemmweite hinten und dem verbauten Ritzel-Paket festgelegt ist. Z.B 11-fach bei Klemmweite 135 [mm]: 1/2 Klemmweite = 67.5 [mm]; Ritzelpaket Mitte(11-fach) = 1/2 x 39 [mm] = 19.5 [mm] ; Abstand kleinstes Ritzel von der Klemmfläche = 4.5 [mm] gemessen bis Ritzelmitte. Durch Summation (Mein Fitnessrad) ergibt sich:
Kettenlinie (KL) = (67.5 - (19.5 +4.5)) = 43.5 [mm]
Die gemessene Kettenlinie ist:
Kettenlinie (KL) = 50.4 [mm]
Die Kettenlinie kann daher ca. 7 [mm] weiter nach innen liegen. Bei 11-fach liegen die Ritzel 3.9 [mm] auseinander. Wenn bei diesem Abstand (Innen-Verschienung) ein Ablaufen nicht mehr erfolgt, käme man mit einer KL = ca. 46.5 [mm] schon aus , um Ablaufen zu verhindern. Es ist nämlich evtl. problematisch, eine optimale Kettenlinie (43.5 [mm]) zu verwirklichen (Verfügbarkeit von Vierkant-Tretlagern !). Diese Probleme könnten evtl. die Ursache sein, daß weder die Dualdrive noch der Chainglider Open eine nennenswerte Verbreitung erfahren hat. Bei meinen Erfahrungen mit den Herstellern wundert mich das überhaupt nicht. Alles Grattler oder Was ?

MfG EmilEmil
 
@Emil
Die >10m sind mir auch aufgefallen. Aber Reimund gehört für mich zu den Leuten, von denen ich denke, dass sie genau wissen was sie tun. Hat er selbst ja auch geschrieben: "... Die 11 sind vorwiegend für Rückenwind- und Bergabfahrten. ...".

So ähnlich hab ich meine höchsten Gänge auch ausgelegt. Manchmal würde mehr gehen, aber nur aus Ehrgeiz, um z.B. die 60km/h beim Mittreten zu knacken. Das dürfte für Reimund nun leicht zu schaffen sein.

@Reimund
Hast Du Dich mal in einschlägigen MTB- oder Rennrad-Foren umgesehen, ob Du da schon als verhasster Alien erwähnt wirst oder sowas? :-D Alternativ wird Dir eine E-Unterstützung unterstellt. Lustige Erlebnisse hatte ich ja auch schon, aber Du blamierst da noch ganz andere Kaliber - da bin ich mir vollkommen sicher.

Jedenfalls finde ich es gut zu wissen, dass Shimano-Schaltwerke auch noch Spielraum haben. Und 42 statt 36 ohne großartige Manipulationen ist schon gewaltig. Für noch mehr kann ich Dir zu kleine obere Schaltwerkrollen empfehlen. :-D
 
Ich hab gerade mal die Zähne von meinem alten Peugeot Rennrad nachgezählt. Das größere der beiden hat 54 Zähne (sieht original aus). Da landet man selbst bei den minimalen 12 Zähnen hinten noch knapp über 10 m). Scheint also nicht so ganz ungewöhnlich zu sein.

Kettenlinie: Im 5. Gang (von 9) läuft die Kette bei mir absolut gerade

Dachte bisher, dass es keine 9-fach Kassetten mit 11-42 Zähnen gibt, bis ich bei Decathlon zufällig drauf gestossen bin. Da bin ich dann neugierig geworden.

Ja die kleinen Rollen vom Neos Schaltwerk habe ich ja noch. Aber ich glaube es reicht nun, obwohl ... die 9-fach Kassette gibt es anscheinend auch noch in der Ausführung 11-46 :). Anscheinend baut Microshift Schaltwerke, die das noch unterstützen.

Ja manche MTB'ler kommen da gar nicht damit klar bei der Haldenauffahrt überholt oder einen bestehenden Strava Rekord von einem Klapprad abgeluchst zu bekommen. Die meisten sind aber nette Menschen und nehmen es mit Humor.

Gruß
Reimund
 
Ach so, nochmal zum Hintergrund: Bei Paris-Brest-Paris sind auf 1200km etwa 11000 Höhenmeter zu überwinden, die sich auf über 360 Hügel verteilen. Bei den Hügelabfahrten ist es für mich beim letzten Mal mit dem defekten Neos ziemlich suboptimal gelaufen.
 
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