Folding*Star 20" Faltrad-Prototyp

Bei den Geschwindigkeiten ist ja hauptsächlich der Luftwiderstand relevant, die Radgröße ziemlich egal. Bei der UCI wurden kleine Räder als unlauterer VORTEIL verboten, weil man damit näher im Windschatten des Vordermannes fahren kann.
 
Der Effekt mit dem Abstand zum Vordermann ist übrigens verblüffend, konnte ich schon mehrmals erfahren.
Laut Kreuzotter-Rechner machen 6 Kilo Gewicht ungefähr 5 Watt Differenz aus. Sprich man fährt ständig mit eingeschaltetem Licht am Dynamo.
 
katapult schrieb:
Im Übrigen wurde schon vor vielen jahren bewiesen das man mit kleinen Rädern schnell fahren kann, sogar in der Ebene (82,5 kmh). http://www.moultonbuzz.com/2007/07/aerodynamic-research-using-the-moulton-small-wheeled-bicycle/

Danke katapult für die aufschlußreichen Informationen. Die aerodynamische Karte habe ich bisher noch nicht gezogen, ich fahre vielmehr im Räuber-Zivil. Nochmal, es geht mir nicht um Geschwindigkeits-Rekorde, sondern um Aufklärung über die Falträder. Da ist natürlich eine Faltrad-Geschwindigkeit über 80 km/h für viele unserer Zeitgenossen (Darunter auch viele Radler) verblüffend.
MfG EmilEmil
 
coral741 schrieb:
.......Das Problem, Anderen erklären zu müssen, warum mein Falter genau so schnell ist wie ein 28er Tourenrad, kenn ich auch. Leider geht das aus den Köpfen nicht raus. Oder vielleicht sollte man besser sagen: Gut, dass es so ist. Denn der Überraschungseffekt bei den anderen Radfahrern während einer Radtour und der Spaß, den man dabei empfindet ist doch unbezahlbar, oder?

.....
Hallo Coral, ich hab nun doch eine Rampe gefunden ( 13% und 400 m lang), wo es zu 70 km/h reicht. Du kannst leicht ausrechnen, daß man bei einer Entfaltung von 8,44 m irgendwann nicht mehr mittreten kann. Ich denke bei 120 Trittfrequenz (kurzzeitig) ist Schluß (bei mir). Die gleiche Rampe bin ich schon mit meinem 24 " Falter ( min. Entfaltung = 2,20 m) hinaufgefahren. Das ist schon hart an meiner Leistungsgrenze. Kannst ja mal meine Wattzahl nur für die Steigung ausrechnen. Im Übrigen ist zunächst mal ein 2,00 m größerer Entfaltungumfang wertvoller als eine 2,0 kg Gewichts-Verminderung. Denn bei ca. 100 kg Gesamtgewicht machen 2 kg ja nur 2 % aus ! Die kleinere Entfaltung entscheidet über Hinauffahren oder Hinaufschieben.
Damit ist nicht gesagt, daß das Gewicht nebensächlich ist. Im Gegenteil bin ich der Ansicht "kein Rad über 15,0 kg!" und bei Falträdern gilt : so leicht wie möglich.

Mfg EmilEmil
 
[Es ging mir nicht um die eigentlich nebensächliche Geschwindigkeit, sondern um den Vergleich von Rädern mit verschiedenen Radgrößen. Es spukt ja immer noch die Idee in der Welt umher, mit einem Faltrad könne man nicht richtig schnell fahren. Das mag ja für eine Heimweghilfe aus britischer Produktion gelten, auch die Katastrophen-Klappräder der 1970-er Jahre fallen darunter. Grundsätzlich kann man schon etwas ordentliches bauen. Aber " Und ewig leben die Grattler!...

MfG EmilEmil[/quote]

EmilEmil, ich habe deine Abhandlungen bisher mit Schmunzeln gelesen, aber jetzt übersteigt deine Arroganz doch gewisse Grenzen.. :roll: "Heimweghilfe aus britischer Produktion" muss man erst mal bauen können.
 
EmilEmil schrieb:
ich hab nun doch eine Rampe gefunden ( 13% und 400 m lang), wo es zu 70 km/h reicht.

Hallo EmilEmil,

ich hab deine Antwort gerade erst gesehen. Hatte ein paar Tage "Windows mit dem blauen Bild"-Probleme und war nur bedingt online.

Mein Hausberg, vorletzten Samstag. Geschätzt 600m und 10%. Downhill und gegeben, was ging bzw. verantwortbar war. Max Speed 57,3.

Ich bin einfach zu schlapp für sowas. :eek:
 
PeterHeinz schrieb:
...kleine Ergänzung: Dein Folding*Star ist doch ein simples Klapprad aus den 60ern, etwas modifiziert. Oder sehe ich das falsch? :?

Ja, Peter-Heinz, ein "simples Klapprad" aus den 1970-ern aus Schweizer Produktion, jedenfalls das, was davon übriggeblieben ist : Nämlich nur der an allen Ecken modifizierte Rahmen.

Der ist erstmal auf 135 mm Klemmweite hinten aufgebogen, hat einen angelöteten Sockel für einen Umwerfer , angeschweißte Laschen für ein hinteres Schaltwerk (bzw Kettenspanner) sowie für Scheibenbremsen. Die Gabel vorn ist neu, aber auch schon für Scheibenbremsen mit Laschen umgerüstet. Auch diese "neue" Gabel mußte erstmal auf einen vernünftigen Vorlauf zurückgebogen werden.(Die Grattler schaffen es einfach nicht, was "Gescheites" auf die Beine zu bringen !) Der nun vorhandene Nachlauf von 58 mm läßt "Freihändigfahren" möglich werden.

Alle anderen Teile sind neu. Und das, was vom Rahmen übrig ist, ist natürlich Grattler-Geraffel. Ein schwerer Eisenkloben mit 4,6 kg (incl. Gabel) ohne Konifizierung, zu kurzem Radstand (940 mm), einem im Prinzip ordentlich gemachten Faltschloß (Stichwort : Flächenpressung), dem aber jedwede Sicherungs-Vorrichtung fehlt. Die einstmals vorhandene Gabel mit der berüchtigten Außen-Klemmung ist als erstes auf den Schrott gewandert. So viel zum Thema "etwas modifiziert".

MfG EmilEmil
 
coral741 schrieb:
EmilEmil schrieb:
ich hab nun doch eine Rampe gefunden ( 13% und 400 m lang), wo es zu 70 km/h reicht.

Ich bin einfach zu schlapp für sowas. :eek:

Nee, das ist nach meiner Erfahrung im Rahmen dessen, was möglich ist.
Nur ganz kurz mal die Formel über die Steigungs-Leistung:
P = Massenkraft x Steigung ( in natürlicher Zahl, also 20 % => 0,2 ) x Geschwindigkeit (in m/sec).
P = 100 kgx 10 m/sec² x 0,2 x 2 m/sec = 1000 N x 0,4 m/sec = 400 Watt

Diese ca. 400 Watt bei 20% Steigung und 7,2 km/h und Masse ( Rad+ Radler) etwa 1030 N sind der Wert, bei ich ich am letzten Samstag nach der halben Strecke der Rampe von insgesamt 350 m abgestiegen bin. Ich war nur mit meinem 24" Falter unterwegs (Min. Entfaltung ~2,20 m,Trittfrequenz ca 63 /Minute). Mehr geht da einfach nicht; denn ich hatte noch 65 km zu fahren und die Steigung ging noch weiter, wenn auch mit verminderten Prozenten.
Der Folding*Star, mit dem ich 20% fahren kann (Min. Entfaltung 1,65 m, Geschwindigkeit ca 6,0 km/h), wartet leider noch auf die Speichen-Reparatur, bei der ich mich entschlossen habe, die Speichenlöcher hinten(alle) größer zu bohren (von 4,4 mm auf 5,0 mm). Das ist aber eine größere Sache, zu der ich bei dem momentanen guten Wetter noch nicht gekommen bin (Ich fahre halt lieber Rad als ständig das Grattler-Geraffel aus dem Weg zu räumen).

Und ewig grölen die Grattler "Ein Emil auf der Walz, der fährt mit unserm Grattler-Dreck und bricht sich fast den Hals"

MfG EmilEmil
 
Mein lieber Freund Peter,
Rechnen ist nicht Deine Stärke, jedenfalls nicht die Prozent-Rechnung : Da würde ich an Deiner Stelle bei den Promille bleiben. Die muß man nicht berechnen, sondern ergebn sich bei der richtigen Schüttung von ganz alleine.

MfG EmilEmil
 
Bist Du mit Promille unterwegs? Und ich dachte immer 150% der Deutschen können nicht mal Prozentrechnen. Muss an dem Gefälle liegen.
 
So, die Speichenlöcher sind gebohrt ( Von 4,4 mm auf 5,1 mm Durchmesser) und nun sieht es etwas besser aus. Größere Löcher gehen aber nicht (Dann ziehen sich die Nippel durch die Löcher, die großen Löcher gehen auch nur, weil ich wegen der nicht beschaffbaren geösten Felgen mit Unterlegscheiben arbeiten mußte !). Nun habe ich auch ein Speichen-Tensiometer angeschafft und eingesetzt, (Park Tool, mit 89,00 € das günstigste und für meine seltenen Zwecke ausreichende).
Der Seitenschlag beträgt nun 2/100 mm und der Höhenschlag 4/100 mm. Da kann selbst EmilEmil nicht mehr rummosern.
MfG EmilEmil
 
Also wenn ich so den Werdegang deines Stars verfolge, braucht Brompton noch keine Bedenken von wegen Konkurenz haben. Trotz "Kinderradlenker". Aber das war schon immer das Bestreben deutscher Ingenieurskunst gegen englischen Pragmatismus.... :lol:
 
mit einem vernünftigen Einbaumass (entsprechend dem Raddurchmesser) am Hinterbau wären die Speichen sicher nicht gerissen.
 
katapult schrieb:
mit einem vernünftigen Einbaumass (entsprechend dem Raddurchmesser) am Hinterbau wären die Speichen sicher nicht gerissen.
Soll das Einbaumaß vernünftig im Sinne der reinen Vernunft oder im Sinne der praktischen Vernunft gewählt werden ? Es reicht nicht, ein Faltrad zu besitzen und damit fahren zu können . um etwas von Technik zu verstehen. Ich wette, daß Du noch nie etwas von Gestaltfestigkeit gehört hast und mit der Tochter von Prof. Dauerbruch (die mit den reizenden Wöhler-Kurven) hattest Du auch kein Verhältnis.
MfG EmilEmil
 
Habe inzwischen festgestellt,
daß fast alle die Faltrad-Hersteller die Kinderrad-Naben vorn mit 74 mm Klemmbreite verbauen. Besonders schön bei R&M, die eigentlich eine breite Gabel haben, aber die schmale Nabe mit längerer Achse und zusätzlichen seitlichen Hülsen verbauen. Ach so, muß mich wegen der Kinderrad-Naben entschuldigen (die haben nämlich (91-94) mm Klemmbreite. Ja und geöste Felgen scheinen bei den 20°-ern unbekannt zu sein.
Dagegen gibt es noch Hersteller, die Kastenfelgen verbauen.

Der Folding*Star ist nach der °Felgenbohrung° mittlerweile ca. 300 km zu meiner Zufriedenheit gelaufen . Nach 150 km wurde die Speichenspannung kontrolliert : Es war bis auf eine Ausnahme alles im grünen Bereich. Die Ausnahme kam nicht überraschend, da mir dort beim Neu-Einspeichen die Unterlegscheibe unbemerkt rausgefallen war, was ich ich leider zu spät bemerkt habe.
Ja, dieser EmilEmil ist so arrogant, daß er sogar Fehler zugibt.................
Die Korrektur dieses Mißgeschicks hatte ich dann auf den Check nach 150 km aufgeschoben.
Inzwischen hatte ich bei meiner Konfiguration (Hinterradnabe Sram i-Motion 9 in 20° Rigida Hohlkammer-Felge) den Winkel der Speichenschräge mit der Nippel-Lochachse ermittelt (Über die bewußten Richtungs-Cosinüsse ?) Er betrug 15,3°. Die Hälfte davon geht etwa auf die tangentiale Anstellung der Speiche; die andere Hälfte wird durch die seitliche Schräge (Speichen liegen auf einem Kegel-Mantel) verursacht.
Durch das Aufbohren auf 5,1 mm Durchmesser konnte ich den Winkel jetzt auf 8,6 ° verringern. Die Nippel haben die Freiheit durch das größere Loch voll ausgeschöpft. Mehr Aufbohren geht kaum, da der Nippelkopf-Durchmesser 6 mm hat.
Leider weiß ich natürlich nicht, ob die schon verwendeten Speichen ( 2 sind neu) eine Vorschädigung haben. Das ließe sich allenfalls mit einem Elektronenmikroskop feststellen.
Es sieht alles viel besser aus. Als Prognose gebe ich für die Haltbarkeit ein vorsichtiges °Vielleicht°.
In der Winterpause, bis ca. Mitte März, wird nicht viel passieren.
Noch anzumerken ist, daß der Folding*Star nun einen Chainglider in der Version für 48-er Kettenblatt besitzt.
Das Doppelkettenblatt (54/36 Z) ist vorläufig abgebaut.

MfG EmilEmil
 
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